Act Nummer zwei betritt die Bühne auf dem Fuldaer Domplatz: Michael Patrick Kelly, bescheiden, gefühlvoll-balladig und zwischendurch ein bisschen hard-rockig, fasziniert die Fans in der Barockstadt. Dabei passt gerade er ziemlich gut vor die Kathedrale.
Einige der Besucher hatten wegen eines Schauers am frühen Abend Regencapes angezogen und Schirme mitgebracht. Doch kurz vor Beginn des Konzerts zeigt sich das Wetter wieder von einer freundlicheren Seite, und die Sonne lässt sich sogar blicken. Herrlich!
Michael Patrick Kelly in Fulda: Sänger begeistert auf Domplatz
„Es ist bestimmt mehr als fünf Jahre her, dass ich hier das letzte Mal gespielt habe. Damals im Kreuz“, begrüßt Kelly die Fans. Für ihn sei es eine große Ehre, vor solch einer Kulisse und diesem Publikum zu spielen.
Eine Kleinigkeit bekommt direkt zu Beginn die Aufmerksamkeit des Sängers: Fans halten ein Schild mit der Aufschrift „Du bist schuld“ in die Luft. Kelly: „Als Christ kriegst du mich damit. Woran bin ich schuld?“ Dann die Überraschung: Er sei der Grund, warum die beiden ein Paar geworden sind. Das Publikum ist gerührt, freut sich mit und bejubelt das Pärchen und Kelly.
Mit seiner unverkennbaren Stimme erreicht Kelly fast jede Oktave, in seinen Songs geht er All-in. Das spüren die Fans auch vor Ort. Er zeigt, wie vielfältig seine Lieder sind - sowohl thematisch als auch musikalisch.
Dabei scheint Kelly wie geschaffen für einen Auftritt vor dem Dom. Warum? 2003 veröffentlichte er sein erstes Solodebüt „In Exile“. Sein Glaube sollte sich in diesem Album wiederfinden, zum Beispiel in den Songs „Pray Pray Pray“, das er nach einer Pilgerreise nach Medjugorje geschrieben hatte, „Thanking Blessed Mary“ oder „Rain of Roses“. Danach zog Kelly sich für sechs Jahre in ein Kloster in Frankreich zurück und lebte dort in Stille als Mönch.
Nach sechs Jahren ohne Medien und Bühne war er 2011 wieder zurück im Musikgeschäft. Seine Songs sind nicht nur religiös geprägt, sondern bestehen aus Themen, die ihn ausmachen: Glauben, eigene Beobachtungen, Liebe, Schwächen, Sehnsüchte und Freiheit.
„B.O.A.T.S.“ (Based on a true Story) ist sein nun fünftes Soloalbum, bei dem die Songs auf wahren Geschichten beruhen. Ob „Wonders“, „Beautiful Madness“, „Best Bad Friend“ oder „Blurry Eyes“ - seine Hits sind aktuell nicht mehr aus dem Radio wegzudenken und wurden mit Gold und Platin ausgezeichnet.
Diese Künstler folgen:
- Dienstag, 18. Juli: Johannes Oerding (Einlass: 18.30 Uhr/Support: King LX, 19.30 Uhr/Oerding: 20.30 Uhr)
- Samstag, 22. Juli: Roland Kaiser (Einlass: 18 Uhr/Support: Saskia Leppin, 19.30 Uhr/Kaiser: 20.30 Uhr)
Karten für die Konzerte gibt es in allen Geschäftsstellen unserer Zeitung, Restkarten an den jeweiligen Abendkassen. Ausnahme: Roland Kaiser. Das Konzert ist komplett ausverkauft.
Einige kennen Michael Patrick Kelly bestimmt auch aus dem Fernsehen: Dort war er bei den Fernsehshows „Sing meinen Song - das Tauschkonzert“ (VOX) und „The Voice of Germany“ (ProSieben, Sat.1) zu erleben. Und nicht nur sein Glauben verbindet ihn mit der Domstadt: Vor vielen Jahren hat er eine erste Ausstellung mit eigenen Bildern und Zeichnungen in Fulda ausgestellt. Malerei sei für ihn ein kreatives Ventil.
Als drittjüngstes Mitglied der „Kelly Family“ war er maßgeblich an deren Erfolg beteiligt. Aus seiner Feder stammt der Song „An Angel“, nach dem die Familie nicht mehr auf der Straße musizierte, sondern die größten Bühnen füllte. Als damals populärstes Mitglied seiner Familie und Schwarm einer ganzen Generation rückte der Sänger nicht nur in den Fokus von Fans, sondern auch von Gegnern. Jahrelang war es ihm nicht möglich, ohne Begleitung in die Öffentlichkeit zu gehen.
Musikalisch hat der Sänger einiges drauf: Er kann Gitarre, E-Gitarre, Bass, Klavier, Keyboard, Perkussions- und Harmonikainstrumente spielen. Mit 18 hatte er bereits mehrere Welthits geschrieben, verkaufte über 20 Millionen Alben und stand sogar mit einem der bekanntesten Tenöre aller Zeiten, dem Opernsänger Luciano Pavarotti, auf der Bühne.