VonUlrike Pflüger-Scherbschließen
Mit der Masche des Schockanrufs haben Betrüger am Freitag hochwertigen Schmuck von einer Kasseler Seniorin erbeutet.
Kassel - Die Frau hatte in dem irrigen Glauben, ihren Neffen nach der Verursachung eines tödlichen Verkehrsunfalls vor einer Haftstrafe zu bewahren, den Schmuck mit Smaragden und Brillanten an einen Mann in der Straße „Gänseweide“ (Brasselsberg) übergeben.
Nach Angaben von Polizeisprecherin Ulrike Schaake hatte die Masche am Freitagmorgen mit einem Anruf auf dem Festnetzanschluss der hochbetagten Seniorin begonnen. Der Mann am anderen Ende der Leitung gab sich als Richter aus und schilderte glaubhaft, der Neffe der Seniorin habe einen Autounfall verursacht, bei dem jemand zu Tode gekomme sei.
Um eine Haftstrafe zu verhindern, müsse eine hohe Kaution gezahlt werden. Da die schockierte und unter Druck gesetzte Seniorin nicht über den geforderten Bargeldbetrag verfügen konnte, suchte sie an ihrer Wohnanschrift den Schmuck im Wert von mehreren Zehntausend Euro zusammen. Im Glauben, ihren Neffen vor schlimmen Konsequenzen zu bewahren, übergab die hochbetagte Frau anschließend gegen 12 Uhr in der Straße „Gänseweide“ einen Stoffbeutel mit dem Schmuck an einen angeblich von dem Richter geschickten Abholer.
Am frühen Nachmittag flog der Betrug schließlich auf, als die Seniorin sich einem Nachbarn anvertraute.
Beschreibung: Der Täter, der den Schmuck abholte, ist etwa 20 bis 25 Jahre alt, etwa 1,75 Meter groß, schlank, kurze schwarze Haare, sportliche Bekleidung. Hinweise: Tel. 0561/9100. (use)
