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139 000 Besucher in den ersten drei Tagen lautet die Bilanz für den Hessentag in Fritzlar. Das ist mehr als die Veranstalter erwartet haben.
Fritzlar – Mehr Gäste als angenommen: 139 000 Besucher in den ersten drei Tagen – diese Zwischenbilanz ziehen Ministerpräsident Boris Rhein und Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat am Sonntagabend für den Hessentag.
„14 000 Besucher waren am Freitag in Fritzlar, am Samstag waren es schon 55 000 Besucher“, sagt ein Sprecher der Polizeipressestelle des Hessentags. Für Sonntag schätzt die Polizei am frühen Abend, dass nochmals deutlich mehr Besucher das Landesfest aufsuchten. Es waren wohl rund 70 000. „Mit 139 000 Besuchern haben wir unser selbst gestecktes Ziel bereits übertroffen“, sagt Rhein. „Leider hat sich das Wetter am Eröffnungstag nicht gerade von seiner allerbesten Seite gezeigt. Dennoch sind wir mit dem Auftakt sehr zufrieden“, so Spogat.
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Allerdings kam es am Samstagnachmittag zu einem tragischen Vorfall. Ein 52-Jähriger aus dem Vogelsbergkreis war auf der Hessentagsstraße zusammengebrochen. Er konnte trotz Reanimationsversuchen durch die Rettungskräfte nicht wiederbelebt werden. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen, teilt Michael Brückmann, Pressesprecher des Hessentags, mit. „Dieser tragische Fall macht uns alle sehr betroffen. Im Namen der Stadt und des Landes Hessen spreche ich den Angehörigen mein aufrichtiges Beileid aus und wünsche ihnen viel Kraft für die kommende Zeit“, sagt Spogat.
Polizei zieht positive Bilanz: Problemloses Wochenende
Aus polizeilicher Sicht verlief das Wochenende (Stand früher Sonntagabend) problemlos. Unkompliziert verlaufe auch die Parkplatzeinweisung: „Die Plätze waren am Samstag bis zur Hälfte gefüllt, am Sonntag waren drei viertel der Plätze belegt“, so der Polizeisprecher. Rückstaus ließen sich dennoch nicht vermeiden.
Doch es gab auch kritische Töne: Etwa 50 Teilnehmer demonstrierten am Samstag für einen Hessentag ohne Militär und zogen von der Allee bis zum Platz der Bundeswehr.
„Es herrscht höchste Kriegsgefahr“, so ein Teilnehmer. Er war gekommen, weil er „gegen alle Kriegsvorbereitungen“ ist. Am Platz der Bundeswehr trafen Demonstranten auf Soldaten, ernteten von Hessentagsbesuchern Applaus, aber auch Kopfschütteln und Kritik.
Ein Familienvater entgegnete dem Vorwurf der Demoorganisatoren, die Bundeswehr werbe Kinder für den Kriegsdienst: Eine Gefährdung für seinen Sohn sehe er nicht. (Lea Beckmann, Philipp Knoch, Chantal Müller)
