Buddeln für die Kita-Kids

Bauarbeiten an der Evangelischen Kita in Sontra sind gestartet

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Endlich geht es los: Bürgermeister Thomas Eckhardt (Vierter von links) greift zum schwungvollen Spatenstich für den Kita-Neu- und Umbau in Sontra, zusammen mit Sontras Pfarrerin Doris Weiland, Mitarbeitern der Kita und der Evangelischen Kirche sowie der Baufirmen.
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Da, wo normalerweise Kinder im Sand spielen, haben jetzt Bagger das Buddeln übernommen, denn an der Evangelischen Kita in Sontra wird seit dieser Woche gebaut.

Sontra – Schon am Montag wurde es laut und schmutzig im Innenhof der Kindergarten- und Krippen-Anlage. Gut, dass die Kinder gerade in den Ferien und nicht auf der Baustelle sind, denn die Abbrucharbeiten sind gestartet und es wird erst einmal Platz für einen geplanten Anbau geschaffen. 2,26 Millionen Euro soll der kosten, erklärt Bürgermeister Thomas Eckhardt, der sich zum symbolischen Spatenstich mit Vertretern der Kirche und der Kita im Innenhof traf.

„Weil neben dem Neubau auch Umbauarbeiten in den vorhandenen Kitaräumen anstehen, belaufen sich die Gesamtkosten auf 2,8 Millionen Euro“, erklärt Doris Weiland, die als Pfarrerin in Sontra auch Bauherrin ist. Um den Kostenberg zu stemmen, legen Kirche, Land und die Stadt Sontra zusammen. 540 000 Euro übernimmt das Land Hessen, zehn Prozent der Kosten übernimmt die Landeskirche, den Großteil muss die Stadt Sontra aber selbst aufbringen.

Doch der Einsatz und die Finanzierung lohnen: „Ab Sommer 2024, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, werden eine neue Gruppe für Kinder über drei Jahre und eine Krippengruppe für Kinder unter drei sowie ein Mehrzweckraum und ein Sozialraum für die Mitarbeiter entstehen“, erklärt Volker Dietz vom gleichnamigen Architekturbüro aus Bad Hersfeld, der die Neu- und Umbauten in Sontra geplant hat. Den Rohbau übernimmt die Firma Märkl aus Wingerode (Thüringen). Aber auch lokale Firmen, wie die Dachdeckermeister Lehmann aus Sontra, arbeiten an der Kita mit.

Die Umbauten seien dringend nötig, erklärt Pfarrerin Weiland, „immerhin ist die Kita schon 30 Jahre alt und da fällt eben einiges an“. Außerdem hätten sich inzwischen die rechtlichen Vorgaben für eine Kita-/Kindergarten-Einrichtung geändert, erklärt Architekt Dietz. „Die ganz jungen Kinder müssen räumlich von den älteren getrennt werden“, sagt er.

Wenn es im nächsten Sommer dann so weit ist und der Neubau steht, können zwölf Kita-Kinder und 25 Kindergartenkinder zusätzlich aufgenommen werden. „Dann sind es insgesamt 98 Kinder“, erklärt Kita-Leiterin Claudia Deist.

Und die neuen Plätze sind schnell besetzt: Schon jetzt ist die Warteliste lang, viele Eltern suchen händeringend nach einer Betreuung für ihre Kinder. Der Bedarf sei in Sontra gestiegen, Bürgermeister Eckhardt weiß, woran das liegt: „Eltern kehren nach der Babypause mittlerweile früher an ihren Arbeitsplatz zurück und so steigen die Anfragen.“

Aber für die neuen Gruppen müssen auch neue Erzieher her. Die seien zwar momentan gar nicht so einfach zu finden, erklärt Daniel Kohl vom Kirchenvorstand Sontra, bei der Suche soll die neue Kita helfen. „Denn wenn wir als Arbeitgeber attraktiv bleiben und genug Platz und eine moderne Einrichtung bieten, entscheiden sich Fachkräfte eher für unsere Kita“, erklärt er.

Der erste Schritt hin zur neuen Kita ist aber immerhin schon geschafft, denn dass das Bauvorhaben nun endlich in die heiße Phase gehen kann, darum hatte die Stadt Sontra lange gerungen. 2021 hatten sich die Stadtverordnetenvertreter schließlich auf eine Beteiligung von 90 Prozent der Baukosten geeinigt, an zwei folgenden Terminen wurde dann an den Details gefeilt und die so dringend benötigte Landesförderung beantragt. (Kim Hornickel)

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