Umweltschützer kritisieren Stadt wegen „zögerlicher Haltung“
bad homburg - Die heftigen Niederschläge und die folgenden Überflutungen vom vergangenen Donnerstagabend haben beim BUND-Ortsverband Bad Homburg für eine schnelle Reaktion gesorgt. Die Umweltschützer hatten schon länger konkrete Maßnahmen gefordert, die die Auswirkungen von Starkregenereignissen minimieren sollen.
Diese Forderung erneuert der BUND nun. „Bereits mehrfach hat der Ortsverband auf die Gefahren im Starkregenfall hingewiesen und darauf, dass die Stadt tätig werden muss“, heißt es in einer Mitteilung. Zum dritten Mal innerhalb von zwei Jahren sei die Stadt von einem „hundertjährigen Niederschlagsereignis“ heimgesucht worden - mit erneut verheerenden Schäden.
„Leider haben unsere dringlichen Appelle bislang weder beim Magistrat noch bei den Ortsbeiräten zum Ergreifen von ausreichenden Vorsorgemaßnahmen geführt“, bemängelt der BUND.
„Es ist noch keine zwei Wochen her, dass wir vom Ortsverband in einer Besprechung Stadtrat Tobias Ottaviani auf die zögerliche Haltung der Stadt hingewiesen haben“, heißt es weiter. Die Stadt habe zwar eine Starkregengefahrenkarte erstellen lassen, es fehle jedoch ein Handlungs- und Maßnahmenkonzept. Dies sei seit Vorliegen der Starkregengefahrenkarte 2020 überfällig.
„Wann wachen die Verantwortlichen in Bad Homburg auf?“, fragt sich der Vorsitzende des BUND-Ortsverbandes, Hilbert Baldt und ergänzt: „Wie erklärt der Magistrat seine zögerliche Haltung bei der Gefahrenabwehr gegenüber den Betroffenen, deren Keller teils zum wiederholten Mal vollgelaufen sind und die große Schäden durch Starkregen hinnehmen mussten?“ Der BUND hoffe, dass das Ereignis vom Donnerstag nun „endlich zum Handeln“ führt.
Beim Unwetter am Donnerstagabend hatte der Pegel in Ober-Eschbach mit 254 Zentimetern über dem Pegel-Nullpunkt ein neues Allzeit-Hoch erreicht, pro Sekunde strömten in der Spitze 32 100 Liter Wasser Richtung Frankfurt. Die Feuerwehr war bis Freitagnachmittag im Einsatz.
Durch die Wassermassen wurden nicht nur in Bad Homburg viele Keller überflutet, auch bachabwärts gab es massive Schäden. In Nieder-Eschbach liefen zahlreiche Keller voll. red