VonFlorian Dörrschließen
Camping in Hessen ist beliebt. Doch Deutschlandweit steigen die Preise. Immerhin: Zwischen Kassel und Darmstadt sind die Kosten noch vergleichsweise niedrig.
Kassel – Hessen ist ein beliebter Markt für Camper. 1.451.586 Übernachtungen auf Campingplätzen wurden hier im vergangenen Jahr getätigt, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat. Das waren 3,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Doch: In diesem Jahr müssen sich Camper in Deutschland auf spürbar gestiegene Preise einstellen. Dabei kommt Hessen immerhin vergleichsweise gut weg.
Im Durchschnitt sind auf deutschen Campingplätzen während der Sommersaison 6,5 Prozent mehr zu entrichten als im Vorjahr, berichtet die Online-Plattform camping.info aktuell. Innerhalb Deutschlands sind die Preise in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern am höchsten, während Thüringen, das Saarland und Sachsen-Anhalt die günstigsten Optionen bieten. Hessen folgt direkt dahinter als viertgünstigte Camping-Destination.
Camping in Hessen günstiger als in vielen anderen Bundesländern
Besonders in Hamburg ist der Preisanstieg bemerkenswert: In der Hochsaison müssen zwei Personen für einen Stellplatz inklusive Caravan, Strom und Ortstaxe mittlerweile durchschnittlich 40,74 Euro pro Nacht aufbringen, das sind gut 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Mit 32,45 Euro pro Nacht ist Mecklenburg-Vorpommern die zweitteuerste Option, hier stiegen die Preise im Vergleich zu 2023 jedoch nur um 5,7 Prozent. Die niedrigsten Kosten für Campingurlauber hat das Portal in Thüringen (23,23 Euro), dem Saarland (23,65 Euro) und Sachsen-Anhalt (23,69 Euro) ermittelt. Auch hier sind die Preise gestiegen, vor einem Jahr lagen die drei Bundesländer noch unter 23 Euro. Für Hessen wurden 23,84 Euro ermittelt.
Für den Vergleich wurde stets der Preis in der Hauptsaison für zwei Personen inklusive Stellplatz, Caravan, Strom und Ortstaxe zugrunde gelegt.
So können Camper auch in Hessen sparen
Im europäischen Vergleich befindet sich Deutschland mit einem durchschnittlichen Preis von 27,52 Euro weiterhin im oberen Mittelfeld, so die Betreiber der Online-Plattform. Mit 39,24 Euro pro Nacht ist Italien das teuerste Land, gefolgt von Kroatien (38,77 Euro) und der Schweiz (38,66 Euro). Erstmals seit Jahren ist die Schweiz nicht mehr das teuerste Campingland, die Kosten stiegen dort im Vergleich zu 2023 nur um 1,7 Prozent. Am günstigsten ist das Campen in Albanien (13,52 Euro), gefolgt von der Türkei (14,59 Euro), wo die Preise im Vergleich zu 2023 gleich geblieben sind. Für den Vergleich wurden die Preise von mehr als 20.000 Campingplätzen in 34 europäischen Ländern analysiert.
Maximilian Möhrle, Geschäftsführer von camping.info, gibt den Ratschlag: „Wer mit kleinem Urlaubsbudget campen möchte, der sollte nach Plätzen abseits der Tourismushochburgen schauen und wenn möglich außerhalb der Hauptreisezeiten losfahren“. Er fügt hinzu: „Gerade abseits der Tourismushochburgen finden Camper auch noch preiswerte Campingplätze.“ Allerdings sollte man nicht zu lange mit der Buchung zögern. „Spontancamper müssen im Zweifel mit höheren Preisen oder sogar mit komplett ausgebuchten Plätzen rechnen.“
Rubriklistenbild: © IMAGO/Svenja Hanusch

