Kommentar

CDU gewinnt die Hessen-Wahl: Der große Triumph des Boris Rhein

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Die CDU gewinnt in Hessen so deutlich, wie es selbst die optimistischsten Umfragen nicht vermuten ließen. Der Kommentar zur Landtagswahl.

Wiesbaden - Jubel und Enttäuschung liegen an diesem Wahlabend nah beieinander. Während Nancy Faeser und Tarek Al-Wazir ihren Traum vom Chefsessel in der Hessischen Staatskanzlei begraben müssen, triumphieren die Christdemokraten diesmal so deutlich, wie es selbst die optimistischsten Umfragen nicht vermuten ließen. Mit Boris Rhein an der Spitze kann die Hessen-CDU fast wieder an alte Zeiten anknüpfen. Vergessen ist die Schmach der vergangenen Landtagswahl mit zweistelligen Verlusten. Und überwunden ist für Boris Rhein persönlich damit vielleicht auch die traumatische Erfahrung von der verlorenen Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt 2012. Mit diesem Ergebnis hat der 51-Jährige seine CDU wieder ganz nach oben geführt. Er kann sich nun aussuchen, ob er lieber weiter mit den Grünen oder mit der SPD regieren möchte.

Hessen-Wahl: Faeser könnte sie sogar um ihr Amt als Bundesinnenministerin bangen müssen

Umso größer ist die Enttäuschung für SPD-Herausforderin Nancy Faeser. So weit abgeschlagen hinter der CDU ist dieser Wahlabend ein Desaster für die 53-Jährige, die angetreten ist, um Hessens erste Ministerpräsidentin zu werden. Mit dieser deutlichen Niederlage in Hessen könnte sie sogar um ihr Amt als Bundesinnenministerin bangen müssen. Die Doppelrolle der Kandidatin ist Faeser und der Hessen-SPD zum Verhängnis geworden.

Hat als Wahlsieger Grund zur Freude: Boris Rhein (CDU), Ministerpräsident von Hessen.

Die Grünen haben zwar auch im Sog des Bundestrends deutlich Federn gelassen und ihr Ziel verfehlt, selbst die Regierung anzuführen. Sie haben aber gute Chancen, an der Seite der CDU weiterzuregieren. Es sei denn, die Christdemokraten geben der SPD den Vorzug, die dann aus ihrer großen Niederlage heraus am Ende vielleicht doch noch Regierungsverantwortung übernehmen könnte – wenn auch nur als Juniorpartner der CDU und ohne Faeser.

AfD hat Grund zum Jubeln bei der Hessen-Wahl

Grund zum Jubeln hatte gestern indessen die AfD, die künftig im Landtag die Rolle der Oppositionsführerin spielen wird. Eine Entwicklung, die viele Demokraten beunruhigt. Die FDP hingegen erlebte einmal wieder eine Zitterpartie um die Fünf-Prozent-Hürde. Die Strategie der Anbiederung an die CDU ist nicht aufgegangen.

Die Freien Wähler haben es trotz der erstaunlichen Aiwanger-Erfolgswelle in Bayern nicht in den hessischen Landtag geschafft. Doch in Bayern sichern sie mit ihren deutlichen Zuwächsen die Regierungsmehrheit mit der CSU. Und Markus Söder hat nach den großen Verlusten vor fünf Jahren das Ergebnis stabilisiert und kann unangefochten weiterregieren. (Christiane Warnecke)

Rubriklistenbild: © Lando Hass/dpa

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