VonFlorian Leclercschließen
Die FR beantwortet Fragen zum Riederwaldtunnel und weiteren Autobahn-Projekten in Frankfurt.
Wie geht es weiter beim Autobahnausbau in Frankfurt? Die FR beantwortet Fragen.
Was hat sich die designierte schwarz-rote Landesregierung in Hessen beim Autobahnausbau vorgenommen?
CDU und SPD in Hessen stehen dem Ausbau von Autobahnen aufgeschlossen gegenüber. „Wir bekennen uns zur Verstetigung der Investitionen in den Straßenbau, lehnen ein generelles Tempolimit sowie Fahrverbote für Autos ab und werden die Ausbauprojekte bei Autobahnen und am Frankfurter Flughafen fortsetzen“, heißt es in den „Eckpunkten“, die aus den Sondierungsgesprächen hervorgingen. Und weiter: „Gegenüber dem Bund werden wir die Annahme seines Angebotes zum beschleunigten Autobahnausbau für alle hessischen Projekte bestätigen.“
Was ist in Frankfurt geplant?
In Frankfurt soll die A661 von derzeit vier auf zunächst fünf, später möglicherweise sechs Fahrspuren und eine Einhausung zwischen Seckbach und Bornheim ausgebaut werden. Im Bundesverkehrswegeplan ist der Ausbau der A3 in Frankfurt auf acht bis zehn Spuren sowie der A5 auf acht Spuren vorgesehen. Laut Autobahn-GmbH ist der Ausbau der A5 auf zehn Spuren zwischen Frankfurt und Friedberg möglich.
Was gibt es Neues zum Riederwaldtunnel?
Die Autobahn-GmbH des Bundes hat zuletzt Geh- und Radwege am Fechenheimer Wald bis voraussichtlich Dezember 2024 sperren lassen. Dort sollen Baustraßen gebaut werden, damit Lastwagen zur Baustelle Riederwaldtunnel kommen. Die Hauptarbeiten sollen bis Jahresende vergeben werden.
Was ist mit Riederwaldtunnel gemeint?
Unter dem Begriff versteht man den Ausbau der Autobahn 66 in Frankfurt auf einer Strecke von 2,2 Kilometern zwischen der künftigen Anschlussstelle Borsigallee und dem Autobahndreieck Erlenbruch. Die Hälfte des Autobahnabschnitts im Stadtteil Riederwald wird im Tunnel geführt.
Was ist mit den geschützten Käfern im Fechenheimer Wald?
Eine Untersuchung zum Vorkommen der Käferarten Heldbock, Eremit und Hirschkäfer im Fechenheimer Wald liegt noch nicht vor. Im Fechenheimer Wald könnte der geschützte Heldbock in bis zu 1200 Eichen leben. 47 dieser Eichen stehen im Rodungsgebiet, das im Januar 2023 von der Polizei geräumt wurde.
Wie haben sich die Kosten entwickelt?
Wie eine Recherche der Frankfurter Rundschau ergeben hat, sind die Kosten für den Riederwaldtunnel um eine Milliarde Euro auf nun 1,5 Milliarden Euro gestiegen. Das ist eine Verdreifachung der Kosten im Vergleich zu 2017 (477 Millionen Euro). Ob der Nutzen nun immer noch höher liegt als die Kosten, darf bezweifelt werden. Eine neue Nutzen-Kosten-Untersuchung wird es aber nicht geben, da das Projekt im Bau ist.
Wann geht der Riederwaldtunnel voraussichtlich in Betrieb?
Der symbolische Spatenstich war am 23. September 2009. Zahlreiche Planänderungsverfahren verzögerten das Projekt seitdem. Mittlerweile wird mit einer Inbetriebnahme 2033 gerechnet. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) will die Gleise für die U4 und die U7 voraussichtlich von 2025 bis 2026 neben die Lärmschutzwand südlich der Vatterstraße verlegen. 2032/2033 sollen die Gleise auf den fertigen Autobahntunnel zurückverlegt werden.
Welche verkehrlichen Auswirkungen hat der Riederwaldtunnel ?
Vereinfacht gesagt, nimmt der Verkehr laut Verkehrsuntersuchung von Hessen Mobil auf den Straßen ab, die aus Frankfurt herausführen, und auf den Straßen zu, die nach Frankfurt hineinführen. Bürgerinitiativen kritisieren, dass im Frankfurter Osten, unter anderem auf dem Ratsweg, auf der Hanauer Landstraße und der Friedberger Landstraße 80 000 Fahrzeuge zusätzlich erwartet werden. Auf der Straße Am Erlenbruch wird mit einer Reduzierung des Verkehrs um ein Drittel gerechnet.
Zusammengestellt von Florian Leclerc
