- VonStefanie Salzmannschließen
Die CO2-Maut für Lastwagen trifft die Speditionen und Logistikunternehmen im Werra-Meißner-Kreis. Die Erhöhung wirkt sich stark auf die Endverbraucher aus.
Werra-Meißner – Die Einführung der sogenannten CO2-Maut für Lastwagen zum 1. Dezember vorigen Jahres (2023) überrollt die Speditions- und Logistikbranche mit einer Explosion ihrer Kosten. „Es war ein schwarzer Tag für unsere Branche“, sagt Tobias Vogelei als einer der großen Spediteure im Werra-Meißner-Kreis. Während ein Lkw mit 40 Tonnen, der monatlich rund 11.000 Kilometer mautpflichtige Straßen fährt, bisher 2.090 Euro im Monat kostete, ist die fällige Maut nun auf monatlich 3.828 Euro gestiegen. Die Spedition Vogelei hat 22 Lkw, das macht also jetzt monatlich 38.000 Euro, im Jahr 460.000 Euro.
Auch für die Spedition Knierim aus Hoheneiche verdoppelt sich monatlich die Mautbelastung fast von bisher im Schnitt 24.000 Euro auf jetzt 43.000 Euro. „Bisher haben wir für unsere 20 Lkw jährlich rund 290.000 Euro Maut gezahlt, jetzt sind es 530.000 Euro“, bestätigt Pascal Ziplis, Geschäftsführer der Spedition. Und die Branche, deren Gewinnspanne mit zwei bis drei Prozent im unteren Level der Wirtschaft liegt, gibt die Maut an ihre Kunden weiter. Das war zwar schon vorher üblich, doch die CO2-Steuer macht damit auch die Produkte für die Endverbraucher wieder teurer, denn auch die Kunden der Logistiker geben die Maut weiter oder erhöhen ihre eigenen Transportpreise.
„Wir haben unsere Frachtpreise pauschal um acht Prozent erhöht“, bestätigt Udo Pöhlmann von der Spedition Witralog aus Witzenhausen, die derzeit nur noch sieben Lastwagen rollen hat. Er aber geht davon aus, dass viele kleinere Speditionen, wenn im Februar die „Sauere-Gurken-Zeit“ in der Branche beginnt, aufgeben werden. Denn neben der zusätzlichen CO2-Maut, die Ende 2023 eingeführt wurde, kommen für die Transport- und Logistikbranche noch weitere Belastungen zu. Ab Januar greift die zweite Stufe der CO2-Steuer. Das bedeutet, dass auch die Preise für Diesel noch mal ansteigen. Tanken wird also noch teurer. Diese Steuer hat sich zum 1. Januar von 30 Euro pro Tonne auf 40 Euro erhöht.
Und nicht zuletzt ächzen die Logistiker unter dem Mangel an Fachkräften, welche schwer zu finden sind. „Wir haben Aufträge ohne Ende, aber keine Leute. „Die Fahrer wollen mehr Geld, aber das können wir einfach nicht leisten“, sagt Pöhlmann. Er geht davon aus, dass die gesamte Transportbranche über kurz oder lang an osteuropäische Unternehmen gehen wird.
Maut soll Deutsche Bahn retten
Die Einführung des CO2-Maut war bereits im Koalitionsvertrag der Ampelregierung festgelegt. Mit der Einführung soll ein Preissignal gesetzt werden, das die Nutzung von Lkw mit alternativen Antrieben für die Güterverkehrsbranche attraktiver macht. Diese Mauteinnahmen sollen nicht in den allgemeinen Einnahmetopf des Bundes fließen, sondern zweckgebunden verwendet werden: für die Bundesfernstraßen sowie die Bundesschienenwege, also die Deutsche Bahn. (salz)