Darmstadt

AfD-Vertreter in Darmstadt mit Wasserbomben attackiert – Staatsschutz ermittelt

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Am Weißen Turm in Darmstadt hatte die AfD einen Infostand. (Archivfoto)
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Ein Infostand der AfD wird in Darmstadt von Unbekannten mit Wasserbomben beworfen. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.

Darmstadt – Wenn die AfD in Darmstadt zu einer Veranstaltung lädt oder einen Infostand aufbaut, ist meistens auch das Bündnis gegen Rechts (BgR) vor Ort, um gegen die Informationsverbreitung der in Teilen als rechtsextremistisch eingestuften Partei Position zu beziehen und zu informieren. So auch am Samstag, 13. Januar, als die AfD einen Infostand am Weißen Turm hatte.

Diesmal bewarfen jedoch Unbekannte die AfDler:innen mit mit Wasser gefüllten Ballons, die zum Teil angefroren gewesen sein sollen. Zum Zeitpunkt des Angriffs sei nicht erkennbar gewesen, ob die Flüssigkeit in den Luftballons Säure, Farbe oder Wasser enthielt, heißt es in einer Stellungnahme der AfD. Die Sprecherin des Kreisverbands Darmstadt Anja Swars, die wie der Darmstädter Fraktionsvorsitzende Günter Zabel und Irmgard Horesnyi, Fraktionsvorsitzende im Kreis Groß-Gerau, vom kalten Nass getroffen worden sein soll, sagte der Frankfurter Rundschau, sie habe sich „unheimlich erschrocken“. Man habe Anzeige erstattet.

Wasserbomben-Attacke: AfD Darmstadt plant kleine Anfrage im Stadtparlament

Der Staatsschutz ermittelt jetzt wegen Körperverletzung, teilte Polizeisprecherin Jana Meister auf Anfrage mit. Eine Polizeistreife vor Ort sei gerade an anderer Stelle gewesen, man habe deshalb die mutmaßlichen Täter:innen nicht ergreifen können, da diese nach den Würfen schnell geflüchtet seien. Swars will es bei einer Anzeige nicht belassen, sondern in ihrer Funktion als Stadtverordnete eine kleine Anfrage an die Stadt anstoßen. Sie kritisiert, dass eine Kundgebung des Bündnisses gegen Rechts in unmittelbarer Nähe des AfD-Infostands überhaupt genehmigt worden sei. Es sei bekannt gewesen, dass es zu Konflikten habe kommen können.

Dabei ging die Attacke gar nicht vom Bündnis gegen Rechts aus, wie Sprecherin Angelika Schröder der FR sagte. „Es waren irgendwelche Leute, die auch gleich wieder weg waren.“ Man habe den Vorfall nur durch den Aufschrei bei der AfD bemerkt. Die Stadt äußerte sich auf Anfrage der FR bis Redaktionsschluss nicht. Ordnungsdezernent Paul Georg Wandrey (CDU) hatte dem Darmstädter Echo gesagt, damit solche Vorfälle in Zukunft verhindert werden könnten, müssten gegebenenfalls Demonstrationen enger begleitet werden.

Was Swars für „gefährlich“ an dem Vorfall hält, ist, dass es inzwischen eine „Freigabe“ für AfD-Mandatsträger:innen gebe, mit denen könne man das ja machen. Vor einigen Monaten war eine Liste mit Namen und Privatadressen von AfD-Landtagskandidierenden im Internet bekannt geworden. Auch davon seien Swars und Horsnyi betroffen gewesen.

Zum Weiterlesen: An Kundgebungen und einem Protestmarsch unter dem Motto „Es reicht! Gegen die AfD und den völkischen Wahnsinn!“ beteiligten sich in Darmstadt mehr als 500 Menschen.

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