VonSebastian Richterschließen
Der junge Landwirt Hendrik aus der Nähe von Kassel ist sauer. Das Unwetter von Donnerstag hat einen großen Teil seiner Ernte vernichtet. Er fordert mehr Radikalität.
Kassel - Das Unwetter am Donnerstagabend hat in ganz Deutschland massive Schäden angerichtet. In Hessen war vor allem der Kreis Kassel betroffen. Videos von Wasserfluten und Bilder von umgestürzten Bäumen verbreiteten sich in den sozialen Medien. Die Feuerwehr rückte zu hunderten Einsätzen aus. Außerdem besonders betroffen: Landwirte.
Landwirt aus Kassel fordert mehr Klimaschutz
Ein junger Kasseler Landwirt namens Hendrik, nach eigenen Angaben gerade in der Ausbildung, machte am Tag nach dem Unwetter seinem Ärger auf Twitter Luft. In dem Video zeigt er den Lehrbetrieb, auf dem vor dem Unwetter 25 Hektar Soja gewachsen waren. Zur Zeit des Videos sind alle sichtbaren Pflanzen zerstört. Das Wasser steht zentimeterhoch auf dem Feld.
„Das, was wir hier sehen, ist die Klimakrise“, so der Landwirt in dem Video. „Das ist nichts Unvorhergesehenes, was einfach so passiert und worauf wir keinen Einfluss haben können“, erzählt er weiter. „Sondern das ist menschengemacht.“ Er fordert: „Wir müssen jetzt handeln. Es ist Zeit für radikalen Klimaschutz. Worauf warten wir?“
Zum Ende seines Statements wird Hendrik nochmal deutlich: „Wenn es so weiter geht, dann gibt es keine stabile Zukunft. Für niemanden.“
Junglandwirt empört über Unwetter und Schäden auf dem Acker nach dem #Unwetter in #Kassel
— Hendrix Avenell (@HendrixAvenell) June 22, 2023
#Ernteausfall #Starkregen #Tornado @topagrar @BayWaPresse @Bauern_Verband @agrarheute_com @RAgrarheute @abl_ev pic.twitter.com/7m8E5d2eh2
Video aus Kassel auch von Luisa Neubauer geteilt
1,2 Millionen Mal wurde das Video von Hendrik bisher angezeigt, über 3000 Mal retweetet, auf Twitter diskutieren tausende Nutzer. Auch Luisa Neubauer, Klimaaktivistin und Frontfrau der deutschen „Fridays for Future“-Bewegung, teilte Hendriks Statement, unterlegt mit den Worten: „Das sollten so viele Menschen wie möglich sehen“.
Allerdings erhält Hendrik nicht nur Zuspruch. Zu einem kleinen Teil widersprechen User dem Statement des Kasseler Landwirts. Bei den schweren Unwettern habe es sich lediglich um „Sommergewitter“ gehandelt. Diese Kommentare bleiben allerdings in der deutlichen Minderheit. (spr)
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