Griesheim

Nach Abriss der Omegabrücke in Frankfurt: Das nächste Problem folgt 2024

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Wurde innerhalb von drei Tagen abgerissen: die Omegabrücke. Das Bauwerk fehlt jetzt als Umleitung für die geplante Sanierung des Bahnhofs.
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Die abgerissene Omegabrücke in Frankfurt-Griesheim fehlt 2024 als Umleitung bei der Sanierung des Bahnhofs.

Frankfurt – Nach dem Express-Abbruch der einsturzgefährdeten Omegabrücke über die Mainbahn-Strecke in Griesheim stehen Stadt und Bahn vor dem nächsten Problem. Die Brücke sollte als Umgehung dienen, wenn die Bahn 2024 den Bahnhof saniert. Bis ein Ersatzbauwerk steht, dürften aber wohl einige Jahre ins Land gehen.

Die Planung für den Ersatz für die Omegabrücke sei zwar im Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) angelaufen. Bis dieser aber in Betrieb gehen könnte, „das wird nicht in Monaten gehen“, erklärt Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Grüne). Am schnellsten - ohne Genehmigungsverfahren - wäre ein Eins-zu-eins-Ersatzbau möglich. Allerdings sei erstens nicht klar, ob die Stadt das überhaupt wolle, da Radwege fehlten und die Fußwege schmal gewesen seien. Zweitens könnte ein solcher Bau rechtlich nicht mehr genehmigungsfähig sein, weil der Abstand zur Bahnstrecke zwar 1979 ausreichte, heute aber nicht mehr.

Omegabrücke in Frankfurt: Richtige Lösung abwägen

Die Stadt müsse abwägen, „was die richtige Lösung ist“, sagt Siefert, ob es eine andere Brücke oder eine Unterführung wird. Den Stadtverordneten kündigt er an, dass sie wohl kurzfristig zusätzliches Geld für die Planung freigeben müssten.

Die Stadt hatte den Mittelteil der Omegabrücke vom 23. bis 25. September abgerissen. Das geschah nur zehn Tage, nachdem sie die Brücke wegen Einsturzgefahr gesperrt hatte. Dadurch war auch die Strecke der S-Bahn-Linien 1 und 2 blockiert. Die Stadt bekam den Abriss und die Wiederöffnung der Mainbahn gerade so hin, bevor die parallel verlaufende Taunus-Eisenbahn gesperrt werden musste. Dort baute die Stadt in der ersten Oktoberwoche im Gallus den Bahndamm ab und wieder auf, um ein zuvor neben der Strecke errichtetes Tunnelbauwerk einzuschieben.

Omegabrücke in Frankfurt: Bauarbeiten zeitgleich auch in der Oeserstraße

„Es war spitz auf Knopf für den Einschub in der Frankenallee“, sagt Siefert. Ohne den sofortigen Brückenabriss in Griesheim hätte die Taunus-Eisenbahn nicht gesperrt werden können, der Einschub des Tunnels sich um Jahre verzögert.

Bis Mitte Dezember sollten die verbliebenen Teile der Omegabrücke wegkommen, kündigt Nicole Vogel an, Leiterin der Brückenbauabteilung des ASE. Um Schäden am nahen Saalbau zu vermeiden, müsse das Bauwerk teils zerschnitten und per Kran ausgehoben werden. „Das war aber nicht unsere letzte Hausaufgabe“, weiß der Dezernent. So stehe von 2024 bis 2026 an der Taunus-Eisenbahn der Bau des neuen Fußgängertunnels an der Oeserstraße in Nied an. Die Planung hatten Bahn und Stadt nach Bürgerprotesten beschleunigt. Im Mai 2020 war eine Jugendliche (16) auf dem Bahnübergang ums Leben gekommen.

Omegabrücke in Frankfurt: Gespräche mit der Deutschen Bahn

Wird an der Oeserstraße gebaut, wird wiederum die parallele Strecke in Griesheim benötigt. Doch auch dort stehen Arbeiten an: die Bahn will den Bahnhof sanieren und einen barrierefreien Fußgängertunnel als Stadtteilverbindung bauen. Dafür wird der alte Tunnel unter den Gleisen laut Siefert für sieben Monate gesperrt. Nun aber fehlt die Omegabrücke als Umleitung. „Wir sind mit der Bahn in Gesprächen über eine Alternative“, sagt der Dezernent. Denkbar sei etwa ein Steg wie in Berkersheim. „Eventuell wird diese Lösung noch nicht barrierefrei sein.“

In nächster Zeit will die Stadt zudem die temporäre Baustellenumleitung für die Omegabrücken-Sperrung in eine dauerhafte Umleitung umschildern. Das kündigt Nicole Vogel an, Leiterin der Brückenbauabteilung des ASE. Statt über die Elektronstraße und den Bahnübergang sollten Autos und Laster über Mainzer Landstraße, B40 und Stroofstraße ausweichen. „Das ist zwar etwas weiter, aber schneller als vor dem Bahnübergang zu warten“, sagt Vogel. Außerdem will die Stadt das Busliniennetz Mitte Dezember anpassen. Die Linien nach Höchst, Nied, Unterliederbach und Sindlingen sollen den Bahnübergang nicht mehr queren müssen und so pünktlicher fahren. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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