- VonSilja Ommertschließen
Wetter-Experten rechnen im Verlauf der Woche mit hohen Niederschlagsmengen im Südosten von Bayern. Zum Wochenende hin sind am Alpenrand bis zu zwei Meter Neuschnee möglich. In Hessen bleibt die Lage entspannt.
Fulda - Nach der hochsommerlichen ersten Septemberwoche ist es zu Beginn dieser Woche deutlich kühler und nasser geworden. Schuld an der „frühherbstlichen Wechselhaftigkeit“ ist laut Deutschem Wetterdienst (DWD) das Tief Zilan. Das Tief brachte am Mittwoch (11. September) eine Kaltfront mit Unwettern und Starkregen nach Deutschland. Zuletzt hatte der Deutsche Wetterdienst am Montag vor starken Gewittern in ganz Osthessen gewarnt.
Hochwassergefahr und Wintereinbruch im Südosten von Bayern
Angesichts der hohen Niederschlagsmengen, die an der Grenze zu Deutschland erwartet werden, warnt der Wetter-Experte Dominik Jung vor einer „brisanten Wetterlage in Bayern und Sachsen“. Aktuell würden im westlichen Polen und in Tschechien gefährliche Regenmengen berechnet, 300 bis 400 Liter von Donnerstag bis Sonntagabend.
Die mögliche Folge: eine größere Hochwasserlage. „Aus dieser Region kommen Elbe und Oder und etliche Zuflüsse. Das würde dort ein schweres Hochwasser auslösen und das würde auch die deutsche Seite mit Wucht treffen“, so der Experte.
Im Südosten von Bayern werde zum Ende der Woche ebenfalls viel Niederschlag erwartet. Das betont auch der Deutsche Wetterdienst: „Am Wochenende halten vor allem am östlichen Alpenrand die intensiveren Niederschläge an, die in tiefen Lagen voraussichtlich eine markante Dauerregenwarnung notwendig machen.“
Gefahr von Schneebruch, Überschwemmungen und Erdrutschen
In den Alpen rechnet Wetter-Experte Jung ab 1000 Metern mit Schneefall, nasse Schneeflocken könne es Freitag- und Samstagmorgen sogar schon ab 700 Metern geben. Als mögliche Folge befürchtet er einen „rekordverdächtigen Wintereinbruch“.
„Spätestens ab Freitagabend geht in den Hochlagen der Alpen nichts mehr. Sämtliche Alpenpässe werden gesperrt werden müssen. Bäume werden unter der Schneelast zusammenbrechen und Straßen blockiert sein. Dort wo nur Regen fällt kommt es zu Überschwemmungen und Erdrutschen.“ Österreich, Polen und Tschechien würden davon besonders stark betroffen sein.
Auch der Deutsche Wetterdienst hält in den östlichen Berggruppen vor allem in den hohen Lagen des Berchtesgadener Land Neuschneemengen von bis zu zwei Metern für möglich. Aufgrund des nassen und damit schweren Schnees bestehe vor allem in den mittleren Lagen der Alpen erhöhte Schneebruchgefahr.
In Hessen hingegen bleibt die Lage entspannt. Zwar kündigt der DWD für die kommenden Tage kühles, teils nasses Herbstwetter an. Ungewöhnlich hohe Niederschlagsmengen aber sind für Hessen nicht zu erkennen. Auch Schnee sei nach Angaben des hiesigen Meteorologen Oliver Reuter für Osthessen „definitiv“ nicht in Sicht.
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