Baum auf dem Römerberg

Wie soll der Frankfurter Weihnachtsbaum heißen? Eintracht-Mitglieder stimmen über Namen ab

+
26 Meter hoch, 60 Jahre alt – und bald in Frankfurt zu sehen: der diesjährige Weihnachtsbaum.
  • schließen

Der Weihnachtsmarkt in Frankfurt wird wieder mit einem Baum aus dem Spessart bestückt. Über den Namen entscheiden die Mitglieder der Eintracht.

Frankfurt – Es soll ja Menschen geben, die des Fußballs überdrüssig sind. Sie sehnen oft die Weihnachtszeit herbei, denn in dieser finden – zumindest in Deutschland – keine Spiele statt. Wer mit diesem Schlag Mensch wiederum nichts anfangen kann, der oder die kann beruhigt sein. In diesem Jahr ist die Weihnachtszeit in Frankfurt eng verknüpft mit dem Fußball. Zumindest auf dem Weihnachtsmarkt am Römer. Den dortigen Baum nämlich stiftet die Eintracht.

Warum, erläutert Vizepräsident Michael Otto: „Dieser Baum hat Tradition in Frankfurt und passt daher zur Eintracht.“ Otto sagt das am Mittwochnachmittag, mitten im hessischen Teil des Spessarts. Zum dortigen Auswärtsspiel hat Thomas Feda, Geschäftsführer der Tourismus+Congress-GmbH Frankfurt (TCF), ein Team aus Beschäftigten der TCF, Leihspielern aus der Gegend und eben Otto dabei.

Neue App

Mehr News finden Sie in unserer brandneuen FR-App, jetzt im verbesserten Design mit mehr Personalisierungs-Funktionen. Direkt zum Download, mehr Informationen gibt es hier.

Weihnachtsmarkt in Frankfurt in der Vorbereitung – Baum kommt wieder aus dem Spessart

Sie alle schauen sich drei Bäume an. Allesamt Fichten. Quasi ein Probetraining. Ausgewählt von eigens engagierten Scouts, Matthias Krug und Robert Bonhard, die sich dadurch ins Team gespielt haben, dass sie im normalen Leben unter anderem Weihnachtsbäume verkaufen.

Ihr erster Kandidat ist ein rund 120 Jahre alter Baum mit 13 Meter Spannweite. Als Solitär steht er da, geradezu majästetisch, vor sich die Weiten des Spessarts. Thomas Feda ist fast sprachlos. Aber eben nur fast: „Was für ein prachtvolles Exemplar!“ Doch es gibt ein Problem: Der Baum ist zu groß für den Transport. „Da müssten wir zu viel abbinden“, sind sich Feda und Scout Krug einig. Michael Otto ergänzt: „Der Baum steht so toll da, wo er steht. Das können wir nicht machen.“

Zwischenstand aus Frankfurter Sicht: 0:1. Weiter geht’s, der zweite Baum. Feda steigt aus dem Auto, schaut nach links – und sagt kaum vernehmbar: „Oh.“ So richtig überzeugt ist er nicht von der rund 30 Meter hohen und 80 bis 90 Jahre alten Fichte. Sie hat einen Doppelstamm, wäre nur schwer aus dem Wald zu schaffen und „müsste zu viel Kosmetik über sich ergehen lassen“, sagt der TCF-Chef. Da nutzt es auch nichts, dass er nach längerem Betrachten doch Gefallen am Baum findet.

2022: Der Frankfurter Baum „Manni“ wuchs im Kinzigtal.

Tradition wie die Eintracht: SGE-Mitglieder bestimmen Namen von Frankfurter Weihnachtsbaum

Ergebniskorrektur: 0:2 Bleibt nur noch ein Exemplar, ein paar Autominuten entfernt. In der Vockestraße, kurz vor dem Restaurant „Flörsbacher Hof“, steht sie: eine Fichte, rund 60 Jahre alt, 26 Meter groß. Damit misst sie genauso viel wie Manni, der Baumstar der Vorsaison. Wegen der Hanglage und der daraus resultierenden fehlenden Standsicherheit müsste der Baum in absehbarer Zeit ohnehin gefällt werden, berichtet Matthias Krug. Das ist ein wichtiges Kriterium für eine Verpflichtung, Thomas Feda ist angetan von der Vorarbeit seiner Scouts und gerät sofort ins Fachsimpeln mit Flörsbachtals Bürgermeister Frank Soer. Beide sind Fans des 1. FC Nürnberg. „Das ist jetzt kein Stoßstürmer von 1,90 Meter, aber er kann gut im Mittelfeld eingesetzt werden.“ „Quasi so wie Mario Götze“, schaltet sich Michael Otto ein.

Endstand also: 1:2. Bei drei infrage kommenden Bäumen ein durchaus erwartbares Ergebnis. Dank der im Weihnachtsbaumpokal noch geltenden Auswärtstorregel nimmt das Team den Sieg trotzdem mit nach Frankfurt.

Charly, Grabi, Holz oder doch Laura? Eintracht-Mitglieder reichen Namensvorschläge für Weihnachtsbaum ein

Der Baum wird auf einem Tieflader in die Mainmetropole kommen. Statt ausschließlich roter Schleifen werden ihn diesmal auch goldene schmücken, jeweils 400. Aus rund 6000 größeren Lichtern werden etwa 25 000 kleinere, die, so Feda, bis zu 70 Prozent Energie einsparen. „Wir wollten mal was Neues ausprobieren“, erklärt der Tourismus-Chef seinen taktischen Schachzug.

2021: Das hessische Jossgrund spendierte diese Fichte.

Nur eine Frage ist noch offen: Wie heißt der neue Mitspieler? Darüber entscheiden die Mitglieder der Eintracht, Stand Mittwoch also 133 500. Bis Sonntag können sie Vorschläge einreichen. Erste Ideen im Spessart: Charly, Grabi, Holz, inspiriert von den Eintracht-Legenden Karl-Heinz Körbel, Jürgen Grabowski und Bernd Hölzenbein. Auch Laura wurde genannt, in Bezug auf Laura Freigang vom Frauenteam. Aus den eingereichten Ideen wird eine Jury um Präsident Peter Fischer fünf Namen auswählen, über die dann wieder die Mitglieder abstimmen. Pünktlich zum 1. November, wenn der Baum aufgestellt wird, wird der Name bekannt sein. Anstoß: 11 Uhr. Fabian Böker)

Kommentare