Tradition

„Schaut saftig aus“ – der Weihnachtsbaum für Frankfurt ist gefunden

Die Fichte für den Frankfurter Weihnachtsbaum kommt dieses Jahr aus Unterfranken, mit der Feuerwehr als Patin – nur der passende Name fehlt noch.

Frankfur/Unterfranken - „Schön, einfach schön“, schwärmt Thomas Feda von der städtischen Tourismus und Congress GmbH (TCF). Vor ihm steht der erste Kandidat für den Weihnachtsbaum auf dem Römerberg: eine Fichte, 26 Meter hoch, der Stamm wild umschlungen von Kletterpflanzen. Schnell wird klar: Der wird es nicht. Zu wenig Platz gibt es um ihn herum für die zwei Kräne, die den Baum von der Stelle bewegen sollen. Zudem sind die Straßen eng, in dem kleinen Ort Schöllkrippen im unterfränkischen Kreis Aschaffenburg. Denn dort ging die Reise am Montagmorgen hin, auf der Suche nach dem idealen Weihnachtsbaum für Frankfurt.

Der Frankfurter Weihnachtsbaum für den Römerberg ist gefunden. Noch steht er an einer Landstraße in Richtung des Ortes Wiesen im Kreis Aschaffenburg.

Frankfurter Feuerwehr übernimmt die Patenschaft für den Weihnachtsbaum

Neben Feda und seinen Mitarbeitern sind zwei Berufsfeuerwehrleute mit dabei: Katrin Sgroi und Sven Dunkel. Die Frankfurter Feuerwehr hat die Patenschaft für den diesjährigen Weihnachtsbaum der Stadt übernommen. Der Anlass: 150 Jahre Frankfurter Feuerwehr. Viele Jahre arbeitet sie bereits mit den Organisatoren des Weihnachtsmarktes zusammen, dieses Jahr bestimmen die 1200 Feuerwehrleute mit einer internen Umfrage den Namen des Baumes. Kommende Woche soll er dann feststehen, sagt Sven Dunkel. Einige Namen sind schon gefallen: Florian, wegen des Schutzpatrons der Feuerwehr. Oder Sam, wie ein Feuerwehrmann aus einer Kinderserie. Der Baum dürfe aber auch einen weiblichen Namen haben - wie etwa Paulinchen, aus der Geschichte „Der Struwwelpeter“.

Der noch namenlose, aber endgültig richtige Baum steht an einer Straße, kurz vor dem Ort Wiesen. Mit seinen ungefähr 60 Jahren hat er breite Schultern, denn er ragt schon in die benachbarten Bäume hinein. „Der schaut saftig aus“, sagt Feda mit Blick auf die 26 Meter hohe und circa sechs Tonnen schwere Fichte. Ausgesucht hat das Exemplar Matthias Krug, der bereits das vierte Jahr für die Baumsuche verantwortlich ist. „Unser Spessart-Baumflüsterer“, sagt Ines Philipp, von der TCF.

Krug ist Weihnachtsbaumverkäufer und fährt regelmäßig mit seinem Motorrad durch den Spessart, unter anderem auf der Suche nach dem richtigen Baum für den Römerberg. Vor zwei Wochen hat er dann dieses Exemplar gefunden. Die Lage sei ideal, denn der Kran habe genug Platz. Der Baum steht auf einem Grünstreifen neben der Landstraße, auf der anderen Seite ein asphaltierter Hof. Wegen der beträchtlichen Größe hätte er sowieso bald gefällt werden müssen.

Während des Weihnachtsmarktes wird es „ein oder andere Überraschung“ geben

Nach dem Fällen muss der Baum fünf Tage liegen und wird für den Transport umwickelt. Jeder Ast einzeln, zwei bis dreimal. Der Schwertransport ist mehrere Stunden unterwegs, einzelne Straßenabschnitte müssen gesperrt werden. Am 4. November soll der Baum vor dem Römer ankommen, am Tag darauf beginnen die kosmetischen Arbeiten. Traditionell stellt die Feuerwehr den Baum auf, dieses Jahr mit dem neuen Kran, der auf den Namen „Ilse“ hört. Und auch während des Weihnachtsmarktes, verspricht Sven Dunkel, wird es „die ein oder andere Überraschung“ anlässlich des 150. Jubiläums geben. Nach dem Weihnachtsmarkt wird der Baum wieder verwertet. Das Holz bekommen Feuerwehrauszubildende für den handwerklichen Teil ihrer Lehre. Doch zuvor ist der Baum für die Weihnachtsstimmung zuständig.

„Vielleicht kommt ja dieses Jahr ein Blaulicht auf die Baumspitze“, witzelt Feda. Aber nein, natürlich wird dort ein goldener Stern prangen.

Wer hat den größten Weihnachtsbaum? Weihnachtsbaum „Sonny“ auf dem Römerberg in Frankfurt belegte letztes Jahr in der Größen-Rangliste mit 26 Metern den zweiten Platz.

Rubriklistenbild: © Sascha Müller

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