VonEden Sophie Rimbachschließen
Intensiv haben sich rund 20 Besucher des Kamingesprächs im Kloster Germerode über die Zukunft mit Künstlicher Intelligenz ausgetauscht. Hoffnung und Bedenken standen gegenüber.
Germerode – Hein sagte, dass mit der Digitalisierung ein gesellschaftlicher Paradigmenwechsel einhergehe. Er stellte zwei Szenarien vor. Wenn Technik eines Tages selbstständig handeln und Entscheidungen treffen könnte, stelle sich die Frage: „Erübrigen wir uns dadurch als Menschen?“ Dem gegenüber stehe ein Szenario, in dem es auf der Welt immer mehr Menschen und durch den Einsatz von Technik gleichzeitig weniger Arbeit geben könnte. In letzteres spiele auch die Hoffnung auf starke Lebensverlängerung hinein. Hein fragte: „Wollen wir das: Immer weniger Arbeit bei gleichzeitiger Unsterblichkeit?“
Seine Antwort griff die Leiblichkeit und die Verantwortung auf. „Wir Menschen bleiben nur Menschen in Beziehung zueinander“, so Hein. Die durch Digitalisierungsprozesse gewonnene Zeit gelte es, richtig zu nutzen. Hein sagte, dass KI nicht kritisch denken kann und deswegen immer auf natürliche Intelligenz angewisen sein werde. Die Verantwortung beim Einsatz von KI bleibe stets beim Menschen. „Die digitale Zukunft muss wertebasiert, menschenzentriert und gemeinwohlorientiert sein“, so Hein. Dabei dürfe man nicht ausschließlich wirtschaftliche oder gar machtpolitische Ziele verfolgen.
Vorteile von KI in wirtschaftlichen Bereichen zeigten Dr. Marco Scheuchzer und Michael Krahn auf. Gut genutzt werde sie da für monotone Arbeiten. Arbeitsplätze würden nicht wegfallen, da menschliche Kontrolle und Kontakt zu Kunden weiterhin wichtig blieben.
Die Besucher diskutierten über den Unterschied zwischen KI wie ChatGPT (siehe Hintergrund) und der, die Unternehmen anwenden. Bei ersterem sei eine Gefahr, dass dabei Falsches widergegeben werde oder die Informationen nicht neutral seien. Dagegen können Unternehmen KI zum Beispiel gezielt darauf trainieren, Fehler in der Produktion zu erkennen. Genutzt werden dann nur Informationen aus dem Unternehmen selbst.
Künstliche Intelligenz (KI)
Hinter dem Begriff „Künstliche Intelligenz“ oder kurz „KI“ verbirgt sich ein Gebiet der Informatik und somit des Erstellens von Computerprogrammen. Dabei werden menschliche Denkstrukturen und -Prozesse untersucht, um Computerprogramme zu entwickeln, die diesen nachempfunden sind. Ein Beispiel ist das Chat-Programm ChatGTP. Es ist seit dem 5. Dezember 2022 verfügbar. Es kann Chats und somit eine Art Gespräche führen, Fragen beantworten und Texte generieren. Dabei greift es auf Informationen aus dem Internet zurück. Es kann dabei zu falschen Antworten und Ergebnissen kommen. esr Quelle: dwds.de
Über den Einsatz von KI im Schulkontext sprach Lorenz Schöggl. „Menschliche Intelligenz ist doch ein bisschen mehr“, lautete sein Fazit über ChatGPT. Denn beispielsweise beim Lösen von Zahlenrätselnd liefert das Programm falsche Ergebnisse, sofern es die gestellt Aufgabe im Internet nicht finden kann. Für Lehrer sei es wichtig, Schülern den reflektierten Umgang mit KI und Medien im Internet zu vermitteln.
Im Plenum diskutierten die Zuhörer darüber, ob man neue Prüfungsformen einführen sollte, die nicht Wissen, sondern das Anwenden dessen abfragen. Fest stand für alle, dass die Nutzung von KI zunehmen werde. Hein übe die Digitalisierung: „Es geht nicht mehr um das Ob, sondern um das Wie.“ Positiv blickten Bernd Böttner, Vorsitzender des Vereins Kloster Germerode, und Wolf-Arthur Kalden auf das erste Klostergespräch, dem nun weitere folgen sollen. (Eden Sophie Rimbach)
