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Brötchen, Kuchen, Torte und süße Teilchen sind seit Jahrzehnten das täglich Brot von Bäckermeister Thomas Hauffe aus Fuldabrück-Dörnhagen. Doch weil sich das reine Geschäft mit Backwaren nicht mehr lohnt, musste er sich breiter aufstellen und ist nun auch Caterer, Koch und Cocktailmixer.
Fuldabrück – „Was früher einfach nur Hobby war, ist heute zu unserem Hauptverdienst geworden“, sagt Ehefrau Andrea Hauffe. „Wir mussten zusehen, dass wir uns noch eine andere Einnahmequelle sichern können.“ Denn die wirtschaftliche Lage kleiner Bäckereien sei in jüngster Zeit schlechter geworden. Insgesamt sei der Umsatz der Bäckerei Hauffe um 30 Prozent eingebrochen.
„Die Coronapandemie haben wir noch gut überstanden, aber dann kamen der Ukrainekrieg und die Preissteigerungen für Energie und Lebensmittel“, sagt Thomas Hauffe. Letzteres wirke sich doppelt auf sein Geschäft aus. „Zum einen habe ich natürlich höhere Kosten bei der Herstellung meiner Waren.“
Mehl, Butter und Sahne zählt Hauffe beispielhaft auf, die er täglich braucht und deren Preise stark gestiegen sind. „Ein Liter Sahne kostet mittlerweile 5 Euro, vor ein paar Jahren war es die Hälfte.“ Deshalb lohne sich die Herstellung von Sahnetorten oder Ähnlichem nicht mehr.
Der zweite Punkt: „Die Kunden müssen durch die Preissteigerungen auf allen Ebenen zurzeit mehr ausgeben und haben weniger Geld zur Verfügung. Dadurch schränken sie sich teilweise ein und leisten sich nicht mehr täglich frische Brötchen oder ein paar Stück Kuchen zum Kaffeenachmittag.“
Zwar hat Hauffe seine Kosten nicht komplett auf die Kunden umgelegt, weil seine Produkte dann zu teuer würden, wie er sagt. Preise anziehen musste er dennoch. „Für ein Körnerbrötchen nehme ich mittlerweile 80 Cent, das war mal 20 Cent günstiger.“
Um der Misere zu entkommen, haben sich Thomas und Andrea Hauffe mehrere Standbeine aufgebaut. „Dass ich gerne koche und grille, spielt mir dabei in die Karten“, sagt der Bäckermeister.
Aktionen wie Grill- und Koch-Events mit Cocktails finden an der Bäckerei regelmäßig statt, die Wochenenden sind bei dem Ehepaar zurzeit voll mit Veranstaltungen, bei denen sie kochen und eigene Produkte, wie Bierfladen, verkaufen.
„Als einzelner Bäcker mit eigener Backstube und ohne weitere Filialen kann man in Zukunft nicht mehr überleben“, sagt Hauffe. Deshalb ist sich der 51-Jährige auch sicher, dass er für seinen Laden keinen Nachfolger findet, wenn er mal in den Ruhestand geht.
„Das ist einfach nicht die Zukunft“, sagt Hauffe, der den einzigen selbstbackenden Betrieb in Fuldabrück führt. „Entweder, man schafft sich weitere Standbeine oder man geht als Bäcker mit Kollegen zusammen, um insgesamt größer zu sein.“
Hauffe und seine Frau haben sich aktuell für Ersteres entschieden, womit sie auch glücklich sind. „Kochen und Grillen hat mir schon immer Spaß gemacht, ich habe dafür eine Leidenschaft. Das macht die aktuelle Situation einfacher.“ (Theresa Novak)