Mehr als 20 Grad

Meteorologe erwartet „Turbo-Frühling“ - und schimpft auf unsinnige Sommer-Prognosen

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Deutschland steht eine recht warme Frühlingswoche bevor. Ab Wochenmitte steigen die Tageswerte auf mehr als 20 Grad an.

Fulda/Wiesbaden - Meteorologe Dominik Jung erwartet in den nächsten Tagen steigende Temperaturen. Von Spätwinterwetter dagegen keine Spur. „Man erinnere sich nochmal an so manche Schlagzeile von vor zehn Tagen, die uns für diese Woche einen ,arktischen Wintereinbruch“ oder sogar eine ,Schneewalze‘ angekündigt hatte. Das war alles leider mal wieder total unseriös“, sagt Jung.

Wetter: Mehr als 20 Grad - Meteorologe erwartet „Turbo-Frühling“

Der Experte vom Wetterdienst Q.met spricht von einem „Turbo-Frühling“ in Deutschland - mit mehr als 20 Grad in der Mitte und im Süden des Landes. Und auch in Hessen kratzen die Temperaturen zumindest an der 20-Grad-Marke.

Am Dienstag (19. März) ist es in Hessen zunächst wolkig bis stark bewölkt. Ab dem Mittag lockern die Wolken auf, die Temperaturen steigen auf 13 bis 17 Grad. Auch die Sonne zeigt sich. Mittwoch und Donnerstag sind dann bis zu 20 Grad drin. Gerade am Donnerstag kann es aber Regen geben. Nachts ist vereinzelt weiterhin Bodenfrost möglich - was normal für dieses Jahreszeit ist. Im Raum Fulda werden bis zu 18 Grad erwartet.

Mit Blick auf Gesamt-Deutschland wird Mittwoch der schönste beziehungsweise wärmste Tage der Woche. „Die Temperaturen klettern mit zunehmender Drehung des Windes auf südöstliche bis südliche Richtung und knacken im Tagesverlauf die 20-Grad-Marke. Erreicht werden diese Werte in erster Linie entlang des Rheins und des Mains“, erklärt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach.

Durch einen blühenden Baum aus sind die Hochhäuser der Frankfurter Innenstadt zu sehen. An Rhein und Main wird es besonders frühlingshaft.

Kann die dicke Jacke also in den Schrank? Noch nicht, denn: In der Karwoche werden kältere Luftmassen über Deutschland erwartet. Heißt: Zu Ostern kann es also wieder merklich kälter werden. Vorher aber wirft der Frühling den Turbo an.

Erste Schlagzeilen gibt es derweil auch zu Wetter-Prognosen für den Sommer. Von „Rekordhitze“, „Höllensommer“ oder „48 Grad in Europa und Deutschland“ sei da die Rede, berichtet Meteorologe Jung in einer Pressenotiz und kritisiert solche Vorhersagen als „Panikmache“.

Meteorologe Jung kritisiert Sommer-Prognosen als „Panikmache“

„Jetzt fehlt nur noch eine Sommerprognose von Karl Lauterbach, dann hat wohl jeder mal seinen Senf dazu gegeben. Es ist wirklich unglaublich, was hier für ein Unsinn erzählt wurde. Kein seriöses Wetter- oder Klimamodell rechnet aktuell mit einem Rekordhitzesommer“, sagt Jung.

Die Modelle zeigten zwar für den Sommer wieder Temperaturabweichungen nach oben, aber eben keine Rekordwerte. „Einzelne Spitzentemperaturen können ohnehin mit dem aktuellen Stand der Technik in der Meteorologie nicht ausgegeben werden.“

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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