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Hartmut Grünewald aus Ellershausen (Niemetal) berichtet vom Urlaubsabenteuer auf Grönland. Für neun Tage erlebte er die Natur, sah auch Polarlichter. Aber nicht alles lief glatt.
Niemetal/Grönland – „Es war ein unvergesslicher Urlaub“, berichtet Hartmut Grünewald aus Niemetal-Ellershausen. Er, sein Freund Werner Fenner aus Vaake (Reinhardshagen), und drei weitere Mitreisende, verbrachten einen Angelurlaub auf der Insel Grönland.
Grönland: Neun Tage Abenteuer
Insgesamt neun Tage blieben sie auf Grönland, die Insel gehört zum Staat Dänemark. „Wir können ja mal zum Angeln nach Grönland fahren“, so sei die Idee gewesen. Der Besuch auf der Insel sei schon immer ein Wunsch von Werner Fenner gewesen, so Grünewald. Doch war die Reise nicht ohne Hindernisse. So ging die Bootsfahrt zu ihrem Camp gehörig schief, bei stürmischer See landeten sie erst einmal im falschen Fjord. Allerdings half ein Foto des gesuchten Camps, der Captain kannte den Ort und korrigierte den Fehler. „Sonst hatten wir aber traumhaftes Wetter“, so Grünewald weiter.
Das Camp lag etwa 120 Kilometer von der Hauptstadt Nuuk entfernt. Für den Notfall gab es ein Satellitentelefon. Auch der Weg war nicht ohne, 300 Meter ging es steil bergauf, von der Anlegestelle zum Camp. Trotz der übersichtlichen Entfernung brauchte die Reisegruppe eine Stunde. Einige Polarfüchse seien die ständigen Begleiter im Camp gewesen. Auch Seeadler und Schneehasen konnte die Reisegruppe beobachten. Trotz der strahlenden Sonne herrschten zum Teil harsche Temperaturen. „Geduscht haben wir bei 3 Grad Celsius und Sonnenschein mit einer Außendusche mit kaltem Bachwasser.“ Auch die Leitung machte immer wieder Probleme. „Die Wasserleitung musste von unserem Ingenieur Matthias zweimal repariert werden.“ Matthias gehörte wie Ulrike und Jonas zu der Reisegruppe.
Drohne, Polarlichter und kaputte Leitungen
Neben dem Angeln unternahmen sie Ausflüge in die Umgebung. „Wir erlebten traumhafte Natur, die nur schwer in Worte zu fassen ist“, heißt es von Grünewald. An einem Tag wanderten sie zum Beispiel an einen Wasserfall und auch Nordlichter bekamen sie zu Gesicht.
Für die passionierten Angler stand natürlich das Fangen von Fischen im Mittelpunkt. Dabei ging es auch an einem Tag ab aufs Meer, Hochseefischen war angesagt. Ein defekter Bootsmotor führte dazu, dass gerudert werden musste. Dabei fingen sie drei Dorsche mit je drei Kilogramm. Getrübt wurde der Ausflug aufs Meer von einem Leck im Boot und damit einhergehenden nassen Füßen.
Die gefangenen Fische bereiteten sie sich im Camp immer zum Abendessen vor, berichtet Grünewald. So hatten sie „Fünf-Sterne Verpflegung“, so Hobby-Koch Grünewald. Neben zahlreichen verschiedenen Fischen gab es auch eingekauftes Fleisch von Karibus, Rentieren, Narwalen und Moschusochsen. „Alles, was es bei uns nicht gibt.“ Für kurze Verwunderung im Camp sorgte eine Drohne, die aus dem Nichts am Himmel auftauchte. „Sollte hier Spionage betrieben werden?“, stellten sich die Reisenden die Frage. Aber schnell war Aufklärung da: Der Besitzer einer Nachbarlodge hatte einen Werbefilm in Auftrag gegeben. Organisiert wurde die Reise von einer Firma aus Hamburg.
Reisepass benötigt
Wer nach Grönland reisen will, muss fit sein und die Natur mögen. Auch Abgeschiedenheit und kalte Temperaturen dürfen den Reisenden nichts ausmachen. Um nach Grönland zu reisen, benötigt man einen Reisepass, obwohl die Insel Teil Dänemarks ist. Grönland ist nicht Teil des Schengen-Raums. Bei einer Aufenthaltsdauer von bis zu drei Monaten ist für Bürger der EU-Staaten und der Schweiz kein Visum erforderlich.
Der internationale Flughafen ist der Narsarsuaq Airport. Er liegt im Süden des Landes und wurde 1941 als Militärbasis gegründet. Flüge gehen beispielsweise ab Frankfurt am Main.
„Ich werde nicht das letzte Mal nach Grönland gereist sein“, berichtet Hartmut Grünewald. „Nach sieben Mal Alaska-Abenteuer in verschiedenen Destinationen, ist Grönland für mich eines der besten Angelreviere der Welt und allen abenteuerlustigen Anglern empfehle ich, es einmal auszuprobieren.“ (Jens Döll)


