Klimaerwärmung

Massig Sonnenstunden und große Trockenheit: „Hessen droht der nächste Dürresommer“

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Die vielen Sonnenstunden in Verbindung mit wenig Regen haben Folgen für Hessen, wie die Einschränkungen von Wasserentnahme aus Flüssen oder Grillverbote.

Kassel/Frankfurt - Warm war es in den vergangenen Tagen in Hessen wie auch im Rest von Deutschland. Warm und trocken. Regen gab es nur mancherorts, vereinzelt als Teil kurzer aber starker Gewitter. Grund für das anhaltend sonnige und trockene Wetter war ein blockierendes Hoch, wie „Wetter Online“ in einer Pressemitteilung verrät. In manchen Regionen führte dies zu Rekorden in Sachen Sonnenstunden und zur Suche nach geeignete Plätzen zur Abkühlung.

Das Hoch lag Anfang Juni noch über Großbritannien, ehe es sich dann allmählich nach Skandinavien verlagerte. So blieb den atlantischen Tiefausläufern der Weg versperrt und Wolken und Regen konnten nicht nach Deutschland vordringen. Laut Wetterexperten gibt es in den nächsten Tagen ein leichtes Aufatmen, da der Einfluss des Hochs allmählich nachlässt. Dann könnten sich wieder vermehrt Wolken bilden, die Regen in die verschiedenen Regionen bringen. Die langen Trockenphasen im Sommer - das haben die vergangenen Jahre gelehrt - mehren sich jedoch.

Viel Sonne und wenig Regen in Hessen: Trockenheit erhöht die Waldbrandgefahr

Die Folge der großen Trockenheit: Wassermangel. „In Hessen droht der nächste Dürresommer“, betont beispielsweise Thomas Norgall, stellvertretender Geschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) Hessen. Dass das Regierungspräsidium Kassel die Wasserentnahme aus den nord- und osthessischen Flüssen und Bächen eingeschränkt und zum Teil verboten habe, sei ein „weiteres Alarmsignal, dass die Klimaerwärmung bereits drastische Folgen hat“, teilt der BUND mit.

Staubtrockene Felder sind im Juni 2023 nicht das einzige Problem der vielen Sonnenstunden in Verbindung mit ausbleibendem Niederschlag.

Auch in Frankfurt reagierte die Stadt auf die Trockenheit. Ab Mittwoch, 14. Juni, gilt in der Mainmetropole ein Grillverbot in allen städtischen Grünanlagen. Bei allem Verständnis für den Wunsch nach sommerlichen Grillabenden betont Klima- und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig: „Die Rasenflächen, Bäume und Büsche auf den öffentlichen Grillplätzen sind bereits jetzt ausgetrocknet. Selbst bei größter Umsicht kann ein Funke ausreichen, einen Brand zu verursachen.“

Wie schnell bei der aktuellen Gemengelage ein Feuer ausbrechen kann, zeigte sich am Montag, 12. Juni, im Hochtaunuskreis. Dort hielt ein Waldbrand auf einer Fläche von vier Hektar rund 200 Einsatzkräfte der Feuerwehr in Atem. Thomas Norgall ist sich angesichts der bereits spürbaren Auswirkungen durch die Klimaerwärmung sicher: „Der sorgsame Umgang mit Wasser und vermehrte Anstrengungen zum Wassersparen dulden keinen Aufschub mehr.“ (Robin Kunze)

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte / dpa

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