VonFlorian Dörrschließen
Nach der Entlassung von Christian Lindner als Bundesfinanzminister soll Jörg Kukies übernehmen. Der SPD-Politiker hat enge Bezüge nach Frankfurt und Mainz.
Frankfurt/Berlin – Das Ampel-Beben bringt einen Mann aus dem Rhein-Main-Gebiet in Ministerwürden: Jörg Kukies, der aktuelle Wirtschaftsberater von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), tritt die Nachfolge des entlassenen Finanzministers Christian Lindner (FDP) an. Diese Information wurde von der Deutschen Presse-Agentur aus Regierungskreisen bestätigt. ARD und Bild hatten zuvor darüber berichtet.
Der Sozialdemokrat hat starke Bezüge ins Rhein-Main-Gebiet. Nicht nur ist er in Mainz geboren, zeitweise hier aufgewachsen und studierte unter anderem an der Johannes-Gutenberg-Universität. Auch arbeitete er lange Jahre in Frankfurt. Konkret: bei der hiesigen Niederlassung der Investmentbank Goldman Sachs.
Lindner-Nachfolger Kukies kennt sich in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet aus
Kukies, ein Sozialdemokrat, hält derzeit die Position des Staatssekretärs im Kanzleramt inne und zählt zu den engsten Vertrauten von Kanzler Scholz. Er ist Scholz‘ Ansprechpartner für Wirtschafts- und Finanzfragen und verantwortlich für die Verhandlungen der Abschlussdokumente der G7- und G20-Gipfel.
Am Mittwoch entließ Scholz Lindner (FDP) nach einem beispiellosen Streit. Lindner soll heute um 14 Uhr seine Entlassungsurkunde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue erhalten. Kukies, der nicht nur beruflich lange mit dem Rhein-Main-Gebiet verbunden war, sondern auch Fan des FSV Mainz 05 ist, wird dann seine Ernennungsurkunde erhalten. Es wird erwartet, dass Scholz, der Lindner mehrfachen Vertrauensbruch und Engstirnigkeit vorgeworfen hat, anwesend sein wird - das ist die übliche Praxis.
Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

