Ein Glas Wasser pro Stunde

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Dr. Daniela Heß
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Gießen/Lich (pm). In diesen Tagen erwarten die Wetterexperten wieder hohe Temperaturen. Insbesondere ältere Menschen reagieren dabei empfindlicher auf einen Flüssigkeitsverlust, weil bei ihnen der Anteil von Flüssigkeit am Körpergewicht nur 60 Prozent ausmacht.

»Besonders gefährlich sind der Flüssigkeitsmangel und die direkte Hitzeeinwirkung«, erklärt Dr. Daniela Heß, Leitende Ärztin der Zentralen Notaufnahme der Asklepios-Klinik Lich. An heißen Tagen erhöhe sich der Flüssigkeitsbedarf mitunter erheblich. Das körpereigene Kühlungssystem stößt dann schnell an seine Grenzen, es kann zu einer Dehydrierung kommen. Der Mangel an Flüssigkeit im Körper ist dabei Folge von zu geringer Flüssigkeitsaufnahme und einem großen Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen. »Man darf nicht vergessen, dass unser Körper zu 60 Prozent und unser Gehirn zu 80 Prozent aus Wasser bestehen. Deshalb macht sich ein Flüssigkeitsmangel als Erstes im Kopf bemerkbar«, sagt Heß.

Die Patienten klagten dann über Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufprobleme, Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein. Aber auch eine Bewusstseinstrübung könne eine ernst zu nehmende Folge der Hitze sein, erklärt. Heß. Außerdem gehen durch das Schwitzen auch wertvolle Mineralstoffe, die der Körper für seine Stoffwechselprozesse benötigt, verloren. Insbesondere kleine Kinder und alte und kranke Menschen müssen besonders vorsichtig sein, warnt die Medizinerin. Sie hat zehn »goldene Regeln« für den Umgang mit Hitze parat:

Tragen Sie luftige Kleidung und eine helle Kopfbedeckung, wenn Sie in der Sonne unterwegs sind.

Halten Sie sich möglichst in kühlen Räumen auf.

Vermeiden Sie ungewohnte körperliche Anstrengung.

Setzen Sie sich nicht der prallen Sonne aus (zum Beispiel bei der Arbeit im Garten).

Gönnen Sie sich eine verlängerte Mittagspause, machen Sie Siesta.

Bevorzugen Sie leichte Kost wie Gemüse, Fisch oder Obst.

Trinken Sie mehr als sonst, »immer über den Durst«, aber keinen Alkohol und nicht zu kühle Getränke.

Trinken Sie nicht zu viel auf einmal, denn pro Stunde können Sie nur 500 bis 800 ml Flüssigkeit aufnehmen und sinnvoll verwerten. Am besten trinken Sie über den Tag verteilt jede Stunde ein Glas Wasser, auch wenn Sie noch keinen Durst haben.

Bei Hitze verbraucht der Körper mehr Natrium, Magnesium und Calcium. Deshalb ist es ratsam, dementsprechend angereicherte Mineralwässer zu trinken. Herz- und nierenkranke Menschen sollten allerdings aufpassen und ihren Arzt befragen, welche Wassersorten und -mengen für sie geeignet sind.

Lassen Sie niemals Kinder oder Haustiere in einem geparkten Auto zurück.

Wenn es zu einem Hitzschlag oder Kollaps gekommen ist oder der Verdacht besteht, ist sofort der Rettungsdienst unter der Telefonnummer 112 zu verständigen. FOTO. PM

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