Einnahmen 2022 gestiegen

Mit Blitzern 812.000 Euro kassiert: Vellmar und Fuldatal planen neue Radaranlagen

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Auf den ersten Blick nicht als Blitzer zu erkennen: Seit 2017 steht die eingezäunte Geschwindigkeitsmessanlage an der B 7/B 83, hier in Fahrtrichtung Kassel. Auf der Gegenseite steht ebenfalls eine. Dieser Standort in Vellmar und die Anlage im Bereich Fuldatal-Schocketal sind laut Ordnungsbehördenbezirk die ertragreichsten.
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2022 war ein ertragreiches Jahr. Zumindest aus Sicht des Ordnungsbehördenbezirks (OBB) der Stadt Vellmar und der Gemeinden Fuldatal und Ahnatal.

Vellmar/Fuldatal/Ahnatal – Warfen ihre Blitzer 2021 noch 63.000 Euro ab, klingelte es im vergangenen Jahr bedeutend kräftiger in der Kasse: 812.000 Euro haben die drei Kommunen mit festen Radaranlagen und mobilen Blitzern kassiert. Weitere Anlagen sollen folgen.

Wer beim OBB nachfragt, wie sich dieser enorme Einnahmesprung von einer Dreiviertelmillion Euro innerhalb eines Jahres erklären lässt, bekommt mehrere Antworten: 2021 war ein Lockdown-Jahr. Die Homeoffice-Regelungen sorgten für teils leergefegte Straßen. Und der kräftige Schneefall im Februar legte den Verkehr lahm. 2022 hingegen lief die Homeoffice-Pflicht aus, der Winter war mild und der neue Bußgeldkatalog sorgte mit höheren Strafen automatisch für steigende Einnahmen. Dieses Geld fließt nach nach Abzug der Kosten in die Haushalte der Kommunen.

Weitere Blitzer geplant: Genehmigung steht noch aus

Mehr Einnahmen versprechen sich die Ordnungshüter auch von weiteren Blitzern – wenngleich die Geschwindigkeitsüberwachung der Verkehrssicherheit diene, wie Wolfhard Eidenmüller von der Stadt Vellmar betont. Die Auswahl der Messstellen erfolge streng nach den Anforderungen des Gesetzgebers: „Stationäre Messstellen können und dürfen erst nach einer strengen Überprüfung auf Notwendigkeit durch die Hessische Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit betrieben werden“, erklärt er.

Konkret seien zwei weitere fest installierte Radaranlage geplant: In Fuldatal an der Ihringshäuser Straße auf Höhe der Straße Ziegelei und in Vellmar an der Rathauskreuzung. In Vellmar hätten sich Anwohner über zu schnelles Überqueren der Gleise beschwert, was zu Lärmbelästigungen führe. Zudem gebe es vermehrt Hinweise, dass Verkehrsteilnehmer bei Rot über die Ampel fahren, sagt Eidenmüller. Deshalb sei an der Rathauskreuzung auch ein kombinierter Blitzer geplant – für Geschwindigkeit und Ampelschaltung. Die Genehmigung für beide Anlagen steht allerdings noch aus.

Kann sich selbst mit Energie versorgen: der sogenannte Enforcement Trailer, hier am Festplatz an der Brüder-Grimm-Straße in Vellmar.

Bislang gibt es im Ordnungsbehördenbezirk vier fest installierte Radaranlagen. In Fuldatal stehen sie an der Reinhardswaldstraße in Rothwesten, an der Wilhelmshäuser Straße (B 3) in Wahnhausen und im Bereich Schocketal zwischen Ihringshausen und Simmershausen. In Vellmar blitzt es an der B 7/B 83 in beide Richtungen.

Darüber hinaus legen sich die Ordnungshüter mit ihren zwei mobilen Messanlagen auf die Lauer und setzen auf „Enforcement Trailer“, futuristisch anmutende und flexibel einsetzbare Blitzer-Anhänger. Der Hersteller, eine Firma aus Wiesbaden, wirbt damit, dass sich die Geräte bis zu zehn Tage lang selbstständig mit Energie versorgen können.

150 000 Euro kostet das Gerät

Die Daten würden drahtlos und „absolut sicher“ verschlüsselt über ein Modem übertragen. Um das rund 150 000 Euro teure System gegen Vandalismus zu schützen, hat es eine schusssichere Hülle und ein Alarmsystem.

Der OBB selbst besitzt keinen Enforcement Trailer, sondern mietet ihn an. Wie oft? „Das ist unterschiedlich“, sagt Eidenmüller, „bestimmt aber ein- bis dreimal im Monat.“ (Sebastian Schaffner)

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