VonUlrike Pflüger-Scherbschließen
Von den 950 Radbügeln, die in der Stadt Kassel aufgestellt werden sollen, sind bislang 720 installiert. Sie sorgen weiter für erhebliche Diskussionen.
Kassel - Fast in jedem Stadtteil, in denen die Bügel in den vergangenen Monaten angebracht worden sind, gab es Beschwerden von Bewohnern und Geschäftsleuten. Ob in Wehlheiden, in der Südstadt oder in Kirchditmold. Sie monierten, dass durch die Bügel Parkplätze wegfallen oder dass diese gar nicht benötigt würden, weil keiner an dieser Stelle ein Rad abschließe.
Mancher Einwand hat sich im Nachhinein aber auch als falsch dargestellt. So vertraten Bewohner der Dörnbergstraße (Vorderer Westen) die Ansicht, dass die Bügel überflüssig seien. Mittlerweile hat sich rausgestellt: Die vier Bügel vor Hausnummer 5 werden sehr gut angenommen.
Neue Radbügel in Kassel: Stadt erhebt über Beschwerden „keine Statistik“
Wie viele Bürger sich im Rathaus beschwert haben, darüber könne die Stadt keine Auskunft geben, so Stadtsprecher Sascha Stiebing. „Die Stadt erhebt hierüber keine Statistik.“
Der Ärger war bei einigen Menschen allerdings so groß, dass sie die Bügel beschädigten. Zehn Fahrradbügel seien bislang durch Vandalismus zerstört worden. Dabei seien aber keine Fahrräder gestohlen worden. In allen Fällen habe die Stadt eine Strafanzeige erstattet. Aufgrund von Beschwerden habe die Stadt Kassel bislang aber keine Bügel wieder entfernt.
Eine Evaluation der Fahrradbügel-Standorte habe aber bereits begonnen, so Stiebing. Im Zuge dieser Überprüfung könnten auch Radbügel umgesetzt werden.
Auch Beschwerden über zu wenige Abstellmöglichkeiten für Räder in Kassel
Oberbürgermeister Sven Schoeller (Grüne) bekräftige seine bisher getätigten Aussagen, dass die Standorte mit pragmatischem Blick zu überprüfen sind: Dort wo eine Nutzung der Bügel weder gegenwärtig stattfindet, noch zukünftig zu erwarten sei, soll nach Ende der Evaluationszeit ein Rückbau stattfinden. Dort, wo eine Nutzung stattfinde oder erwartbar ist, sei es in Ordnung, wenn für diese Abstellmöglichkeit ein Kfz-Parkplatz weichen muss, so Schoeller.
Es gibt aber nicht nur Beschwerden über zu viele Bügel, sondern auch über zu wenige Abstellmöglichkeiten für Räder, zum Beispiel in der Innenstadt. Im Stadtteil Mitte werden die Bügel allerdings erst ab 2024 angebracht. Ebenso in den der Unterneustadt, Süsterfeld-Helleböhn, Wolfsanger-Hasenhecke, Harleshausen, Rothenditmold, Nord-Holland, Bettenhausen und Forstfeld. Ab dieser Woche wird Oberzwehren mit Fahrradbügeln ausgestattet.
Radbügel: Jetzt ist Oberzwehren dran
Ab dieser Woche werden Radbügel in Oberzwehren installiert. Vor der Kita „Kleine Hüpfer“ in der Keilsbergsiedlung werden fünf Bügel mit Querholm aufgestellt. Dieser bietet auch Kindern die Möglichkeit, ihr kleineres Fahrrad standsicher anschließen zu können. Darüber hinaus werden sieben Bügel an der Haltestelle Keilsbergstraße installiert. Weitere Bügel kommen in die Kronenackerstraße, in die Mattenbergstraße und in die Heinrich-Plett-Straße. (use)
