VonPeter Zerhauschließen- Jana Keßlerschließen
Für die Spargelernte ist das sommerliche Wetter im Mai sehr gut – für eine gute Erdbeer-Ernte sollte es aber mehr regnen, berichten Landwirte.
Fritzlar-Homberg – Die Spargelsaison ist seit Mitte April in vollem Gange und seit einigen Tagen werden auch die ersten Erdbeeren geerntet – trotz niedriger Temperaturen. Warme Temperaturen und Trockenheit wirken sich dabei auf die Ernte aus.
Die Spargelernte läuft sehr gut, berichtet Landwirt Jörg Stiehl. Er betreibt einen Spargel- und Erdbeerhof im Waberner Ortsteil Zennern. „Die Wärme im Mai hat uns zu großen Mengen Spargel verholfen“, berichtet der Bauer. „Wir können sogar mehr verkaufen als voriges Jahr.“ Was Spargel-Liebhaber freuen dürfte: Die Preise werden nicht erhöht. „Wir verkaufen unseren Spargel von 8,20 Euro bis 15,90 Euro das Kilo“, so Jörg Stiehl.
Aufgrund des ausbleibenden Regens kommen die Erntearbeiter gut voran. Normalerweise werde eine spätere Sorte des Spargels um den 10. Mai herum gestochen, dieses Jahr sei es bereits am ersten Mai so weit gewesen. „Trockenheit ist gut für den Spargel, der Lehmboden hat genug Wasser gespeichert“, sagt der Landwirt. „Dieses Jahr sind die Wetterbedingungen sehr günstig für den Spargel.“
Sommerliche Temperaturen: Für Erdbeeren in Zennern zu trocken
Anders sieht es derzeit bei der Erdbeer-Ernte aus. „Die Erdbeeren bräuchten gerade ein bisschen mehr Regen“, sagt Stiehl, der auch Erdbeeren in Bio-Qualität züchtet. „Wir hatten beim ersten Pflücken vergangene Woche kleinere Früchte als sonst.“ Es sei derzeit etwas zu trocken für die süßen, roten Früchte.
Aber zu viel Regen sei auch nicht gut. „Am besten wären etwas niedrigere Temperaturen und dafür ein bisschen Regen mit anschließendem Wind, der die Früchte trocknet“, sagt der Experte. Ein Kilo Erdbeeren verkauft Stiehl für 8,60 Euro. Er bleibt aber optimistisch: „Die Erdbeer-Saison kann sich noch zum Guten wenden. Für Sonntag sind zehn Liter Regen pro Quadratmeter angesagt.“
Kirchberg: Selbstpflück-Feld ab dem Wochenende geöffnet
Auf den Regen hofft auch Kai Opfermann, Landwirt im Niedensteiner Stadtteil Kirchberg. Dort werden zwar ebenfalls die ersten Erdbeeren gepflückt, doch die Trockenheit hat Auswirkungen auf die spätere Ernte. „Vom Ertrag her sind wir sehr zufrieden, aber wir brauchen Regen, damit die abgepflückten Pflanzen wieder nachblühen“, sagt Opfermann.
Mit seiner Familie betreibt er seit sechs Jahren Felder, auf denen man Erdbeeren auch selbst pflücken kann. „Zurzeit können dank der Folien über den Reihen die ersten Erdbeeren der frühen Sorte ab dem Wochenende selbst gepflückt werden“, sagt Opfermann. „Die sind für den Sofortverzehr perfekt geeignet. Für die Marmeladenherstellung ist dann die mittelfrühe Sorte besser.“
Erdbeeren pflücken in Kirchberg
Ab dem Wochenende können montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, samstags von 8 bis 18 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 8 bis 12 Uhr am Ortseingang in der Rieder Straße 23 in Kirchberg Erdbeeren gepflückt werden. Das Kilo selbst gepflückte Erdbeeren kostet 3,50 Euro, die gepflückten Früchte, die auch am Automaten zu bekommen sind, kosten acht Euro pro Kilo.
Im Frielendorfer Ortsteil Schönborn startet die Ernte am Freitag, 30. Mai. „Wir hatten viel Sonne und ein warmes Frühjahr, deswegen können wir uns schon früher als voriges Jahr über reife Erdbeeren freuen“, so Landwirt Heiko Schmidt.

