VonKlaus Jungheimschließen
Die Eder und mehrere Bäche waren im Frankenberger Land über die Ufer getreten. Seit Sonntagmorgen fallen die Pegel, da der starke Dauerregen nachgelassen hat.
Frankenberger Land - +++ 4. Update 26.12; 15.15 Uhr +++ Vielerorts sind weiterhin Felder und Wiesen überflutet. Zum Teil auf großen Flächen.
Mancherorts wurden Sandsäcke befüllt, um in den Orten Häuser zu schützen, sollten sich die Fluten in Straßen und Gassen ausbreiten.
Am Samstagmittag beispielsweise bestand in der Nuhne bei Rengershausen „ein erhöhter Druck durch den Dauerregen“, schilderte Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß gegenüber der HNA. Dort habe sich aber später die Lage entspannt.
In Haubern, das in der Vergangenheit schon mehrfach von Hochwasser betroffen war, wurden entsprechende Vorkehrungen getroffen. Beispielsweise in der Sackgasse Zur Insel nahe des potenziellen Überschwemmungsgebiets. Dort hatten Anwohner die Kanaldeckel aus der Fassung gehoben, damit etwaiges Hochwasser schneller abfließen könnte. Die offenen Schächte stellten aber keine Gefahr dar, denn sie waren gut abgesichert, wie sich die HNA vor Ort überzeugen konnte.
Nach Lagebesprechungen am Samstagmittag wurde die Feuerwehreinsatzzentrale im Frankenberger Katastrophenschutzzentrum besetzt und der Katastrophenschutzzug alarmiert.
Das Hochwasser bedrohte besonders die Stadtteile Rengershausen und Schreufa (beide an der Nuhne) sowie Röddenau (Goldbach). Sandsäcke wurden am Frankenberger Betriebshof befüllt. Mit Transportfahrzeugen wurden sie an die Einsatzstellen verteilt. Das DRK versorgte die Einsatzkräfte mit warmen Getränken und Essen, heißt es im Instagram-Profil der Feuerwehr.
Allerorten stehen die Feuerwehren, das Technische Hilfswerk, die Polizei und weitere Rettungskräfte weiterhin in Alarmbereitschaft.
In dem einen oder anderen Ort mussten die Feuerwehren ausrücken, da es vollgelaufene Keller gab. Beispielsweise in Bromskirchen musste ein mit Wasser voll gelaufener Keller im Feriengebiet ausgepumpt werden.
Bei diesem Einsatz erfolgte die zweite Alarmierung gemeinsam mit der Feuerwehr Somplar. Dort wurde ein Keller Opfer der über die Ufer tretenden Nuhne. Es wurde eine große Menge an Wasser aus dem Keller gepumpt. Im Laufe des Einsatzes wurde die Feuerwehr aus Allendorf/Eder nachalarmiert, um mit Sandsäcken zu unterstützen, schilderte die Feuerwehr bei Instagram.
Zwischendurch hatten es die Feuerwehren mit einem Brand zu tun. Um 15:23 Uhr am Heiligen Abend mussten die Frankenberger und die Röddenauer Feuerwehren zu einem Waldgebiet bei Röddenau an der Kreisstraße 125 ausrücken. Eine Laube brannte. Die Lösch- und Aufräumarbeiten dauerten bis in den Abend. Brandursache ist möglicherweise ein technischer Defekt.
Im Anschluss an den Laubenbrand wurde die Feuerwehr Frankenberg direkt zu einem überfluteten Keller im Frankenberger Futterhof alarmiert. Das Gebiet befindet sich nahe der Eder.
In manchen Gebieten des Frankenberger Landes stürzten über Weihnachten in den aufgeweichten Böden vereinzelt Bäume um. Feuerwehren räumten sie von den Straßen.
Höhepunkt des Hochwassers war in der Nacht zum Sonntag
Die Entwicklung des Hochwassers ließ sich in den vergangenen Tagen auch an den Eder-Mess-Stellen verfolgen.
Die Eder hatte an der Mess-Stelle beim Battenberger Auhammer die Meldestufe 1 zwischenzeitlich weit überschritten. Bis vorigen Mittwoch, 20. Dezember, lag der Wasserstand noch bei knapp über einem Meter - er betrug am Samstag, 23. Dezember, um 17.45 Uhr rund 2,70 Meter.
Bisheriger Höhepunkt war dann in der Nacht zum Sonntag mit 2,81 Metern um 2.45 Uhr. Dann ging der Pegel zurück, weil der Dauerregen nachgelassen hat. Am Heiligen Abend um 16 Uhr betrug er 2,59 Meter.
Am 25. Dezember lag die Höhe um 9.15 Uhr bei 2,37 Metern.
Weiter flussabwärts beim Messpegel Schmittlotheim sah es am späten Samstagnachmittag kritischer aus. Dort näherte sich der Wasserstand von 3,31 Metern der Meldestufe 3. Am vorigen Mittwoch waren dort noch 1,30 Meter gemessen worden. Die stärkere Zunahme hatte auch mit dem massiven Zufluss dort von Nuhne und Orke zu tun. Bei dem Level 3 könnten auch bebaute Gebiete überflutet werden.
Auch bei Schmittlotheim wurde ein Rückgang des Wassers registriert. Der vorläufige Höhepunkt lag dort in der Nacht zum Sonntag bei 3,46 Metern um 2.30 Uhr. Um 16 Uhr lag der Pegel bei 3,28 Meter.
Am 25. Dezember betrug die Höhe dort um 9.15 Uhr 2,95 Meter.
Dies ist auf der Internetseite des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie nachzuverfolgen: hlnug.de


