So ist die Hochwasserlage aktuell im Werra-Meißner-Kreis
VonTobias Stück
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Die anhaltenden Niederschläge im Werra-Meißner-Kreis lassen die Pegelstände entlang der Werra steigen. Die Rettungskräfte sind auf Einsätze vorbereitet. Es wird ruhiger.
Update vom Montag, 25.12.2023, 13.17 Uhr: Wanfried/Meißner/Bad Sooden-Allendorf - Die Hochwasserlage hat sich entlang von Werra und Wehre in der Nacht von Samstag auf Sonntag wie prognostiziert entspannt. Laut Hessischem Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) sind die Pegelstände an den Messstellen an der Werra in Wanfried-Heldra und Bad Sooden-Allendorf sowie an der Wehre bei Eschwege-Niddawitzhausen gesunken.
Seit 20 Uhr am Heiligen Abend fällt der Wasserstand am Pegel Heldra wieder leicht. Zu dem Zeitpunkt war der Höhepunkt von 3,91 Metern erreicht. Am ersten Weihnachtstag erreichte der Wasserstand morgens um 7 Uhr hier 3,81 Meter. An der Messstelle Bad Sooden-Allendorf war der Höchststand an Heiligabend um 6 Uhr erreicht. 3,97 Meter zeigte hier der Pegel. An der Wehre war der Höchststand von 3,62 Meter schon am Samstagabend gegen 23 Uhr.
Für den zweiten Weihnachtsfeiertag wird nochmal ein leichter Anstieg in den Modellen des HLNUG vorhergesagt. Die Grenze von vier Metern Wasserstand wird aber nicht mehr erreicht.
Größere Schäden hat die über die Ufer getretene Wehre bereits am Sonntag (24.12.2023) an der Unterführung der B 249 bei Niederhone angerichtet. Dort hat das Wasser das zur Sanierung der Brücke aufgestellte Gerüst umgerissen. Außerdem wurden Bau-Container verschoben und überflutet.
Sonntag, 24.12.2023, 11.43 Uhr: Die Hochwasserlage hat sich entlang von Werra und Wehre in der Nacht von Samstag auf Sonntag wie prognostiziert zugespitzt, ist derzeit aber entspannt. Laut Hessischem Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) soll der Höhepunkt der Pegelstände nach wie vor am Nachmittag des Heiligen Abends liegen. Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, DRK, Polizei, Ordnungsamt, Baubetriebshof, Klärwerk waren die Nacht über im Einsatz.
In Eschwege sind die Straßen Vor dem Brückentor, Postweg, Mangelgasse und die Brückenstraße nicht oder nur teilweise befahrbar. Die Sperrung ist ausgeschildert. Auch zu Fuß, so die Feuerwehr der Kreisstadt Eschwege, sollte man den Postweg meiden. „Der Weg wird stetig weiter überflutet, sodass aufgespülte Kanaldeckel, Löcher usw. Leicht übersehen werden können“, sagt Stadtbrandinspektor Sven Rathgeber.
Hochwasser in Nordhessen: Vorbereitungen für die Feiertage in Eschwege
86 Einsatzkräfte waren gestern und heute Nacht in Eschwege im Einsatz. Sie haben vorgearbeitet, damit die Feiertage ruhiger verlaufen. Im Stadtgebiet und teilweise in angrenzenden Gebieten wurden Sandsäcke gefüllt und aufgeschichtet. In der Feuerwache in Eschwege wurde die Einsatzversorgung aufgebaut. „Momentan ist die Lage entspannt“, sagt Rathgeber.
Die Pegel an Wehre und Sontra gehen nach Angaben der Feuerwehr Reichensachsen leicht zurück. Heute Morgen wurden die neuralgischen Punkte nochmals durch Bürgermeister Timo Friedrich, Mitarbeiter des Bauhofs und durch die Leitung der Feuerwehr abgefahren und kontrolliert. Bereits am Tag zuvor konnten größere Schäden durch vorbereitende Arbeiten abgewendet werden. In der Halle von Küllmer Bau wurden beispielsweise Tausende Sandsäcke befüllt.
An der Messstelle in Wanfried-Heldra stieg der Pegel innerhalb von 24 Stunden um 70 Zentimeter an und liegt jetzt bei 3,90 Meter. Die Nacht brachte nicht so viel Regen, wie ursprünglich befürchtet. „Die Lage ist kritisch, aber noch unter Kontrolle“, sagt Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard. „Unsere Feuerwehren sind bestens vorbereitet und stehen in Bereitschaft.“
Samstag, 23.12.2023, 17.41 Uhr: Die Pegel im Werra-Meißner-Kreis befinden sich nach Angaben des Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) weitestgehend noch im grünen Bereich. Das bedeutet, das die Meldestufe 1 noch nicht überschritten.
An der Werra und Weser kommt es mit der sich dort entwickelnden Hochwasserlage ab Samstagnachmittag (23.12.2023) zu ersten Meldestufenüberschreitungen an den hessischen Werra-Pegeln, auch eine Überschreitung der Meldestufe 2 an diesen Pegeln ist in den nächsten Tagen wahrscheinlich.
An der Werra steigt der Wasserstand in Heldra und Bad Sooden-Allendorf kontinuierlich. Mit Sorge beobachten Stadtbrandinspektor Daniel Trenk, sein Stellvertreter Benjamin Kleinpeter und Bürgermeister Wilhelm Gebhard den Wasserpegel der Werra bei Heldra, schreibt die Stadt Wanfried beispielsweise auf ihrer Facebook-Seite. Aktuell (Samstag, 23.12.2023, 16 Uhr) liegt der Pegel bei 3,57 m. „Noch sind wir von der letzten Höchstmarke von 4,61 m ein Stück entfernt, allerdings sagen die Prognosen einen Anstieg auf über vier Metern voraus“, sagt Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Der könnte laut HLNUG an Heiligabend gegen 10 Uhr erreicht werden, sollte es weiterregnen. Der Führungsstab der Feuerwehr hat bereits erste Maßnahmen ergriffen und bspw. Sand zum Befüllen von Sandsäcken geordert.
In Eschwege sieht man an den beiden Wehren am Werratalsee und in der Innenstadt, dass der Wasserpegel deutlich höher als normal ist. Die Freiwillige Feuerwehr ist aber erstmal in den Stadtteilen aktiv. Die Einsatzkräfte sind aufgrund der Hochwasserlage alarmiert. In Albungen ist die Berka über die Ufer getreten, in Niddawitzhausen droht der Petersbach überzulaufen und die Straße im Höllental (L3242) ist aufgrund der Überflutung gesperrt.
Die Feuerwehrmänner und-frauen füllen nun in Zusammenarbeit mit dem Baubetriebshof Sandsäcke und werden sie schützend an die entsprechenden Ufer legen. Auch an der Wehre am Messpunkt in Niddawitzhausen hat der Pegel Meldestufe 1 von 3 überschritten. Entlang der Wehre ist auch das Technische Hilfswerk (THW) Eschwege im Einsatz. Sie räumen die Uferböschungen mit schwerem Gerät frei.
Die vielen Niederschläge zeigen ebenfalls große Wirkung in der Gemeinde Meißner. Viele Gräben sind randvoll bzw. schon über die Ufer getreten. „Eine Situation, die wir in diesem Ausmaß schon seit vielen Jahren nicht mehr hatten“, sagt Bürgermeister Friedhelm Junghans. Bedenklich sei dabei, dass die Niederschläge weiter anhalten sollen.
Hinzu kommt, dass am Samstag (23. 12.2024) ein Wasserrohrbruch in der Klosterfreiheit im Oortsteil Germerode festgestellt wurde. Aufgrund der großen Wasserverluste muss dieser heute noch behoben werden. Seit 15 Uhr ist die Firma Küllmer-Bau mit den Arbeiten beschäftigt, berichtet Bürgermeister Junghans. (Tobias Stück)
Einsatzkräfte bereiten sich auf Hochwasser im Werratal vor