Hunderte neue Erstwähler am 9. Juni

Europawahl: Auch in Waldeck-Frankenberg dürfen erstmals 16- und 17-Jährige wählen

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Ein Wähler steckt bei einer Wahl seinen Wahlzettel in eine Urne.
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  • Johannes Siebert
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Bei der Europawahl am 9. Juni dürfen in Deutschland erstmals 16- und 17-Jährige mitwählen. In Waldeck-Frankenberg werden es einige Hundert Jungwähler sein.

Waldeck-Frankenberg – Die Kreisverwaltung konnte unserer Zeitung keine Zahlen über die 16- und 17-jährigen Wahlberechtigten liefern, aber die vier Mittelzentren: In Bad Arolsen sind 11.931 Menschen wahlberechtigt, davon sind 218 minderjährig. In Bad Wildungen gibt es 13.457 Wahlberechtigte, davon sind 305 Wähler unter 18. In Frankenberg sind es 14.085 Wahlberechtigte und 259 minderjährige Erstwähler. In Korbach sind 17.674 Menschen zur Europawahl zugelassen, von denen 421 unter 18 sind.

Im Vergleich zu früheren EU- und zu anderen Wahlen werden diesmal also viele Neu- und Jungwähler auf das Ergebnis Einfluss nehmen. Bei der letzten Europawahl 2019 waren 122 990 Menschen in Waldeck-Frankenberg wahlberechtigt, davon gaben 64 274 (52,3 Prozent) ihre Stimme ab. Im Landkreis lag die CDU mit einem Anteil von 29,1 Prozent vorn, gefolgt von SPD (21,9), Grüne (19,3), AfD (10,1), FDP (6,7) und Die Linke (3,2).

Unabhängig von den Kreuzchen der Jungwähler: Prognosen gehen von einem deutlich anderen Ergebnis bei der Europawahl 2024 in Deutschland aus. Laut dem Meinungsforschungsinstitut Insa lag zuletzt die CDU mit 27 Prozent vorn, gefolgt von AfD (22), SPD (16) und Grünen (10,5). Das Bündnis Sahra Wagenknecht soll demnach auf 5,5 Prozent der Stimmen kommen, die Linke auf 4,5 und die FDP auf 3 Prozent. Eine Sperrklausel gibt es übrigens bei der Europawahl bereits seit 2014 nicht mehr.

Anders als bei Bundestags- und Landtagswahlen spielen Wahlkreise und damit Wahlkreiskandidaten bei der Europawahl keine Rolle. Die meisten Parteien treten mit bundesweiten Kandidatenlisten an, die CDU hat landesweite Bewerberlisten. Deshalb gibt es auch personell kaum lokale oder regionale Bezüge bei der EU-Wahl. 6 der 96 deutschen Europaabgeordneten stammen aus Hessen, mit Martin Häusling (Grüne) und Engin Eroglu (Freie Wähler) nur zwei aus Nordhessen.

Erneut gute Aussichten haben Martin Häusling mit Platz 6 auf der Grünen-Bundesliste und Engin Eroglu mit Platz 2 auf der Liste der Freien Wähler. Zudem strebt die Niestetalerin Martina Werner (SPD) nach fünf Jahren Auszeit den Wiedereinzug ins EU-Parlament an. Noch bis heute können Wahlvorschläge eingereicht werden.

Nur zwei EU-Abgeordnete aus Nordhessen

In der noch laufenden Legislaturperiode (2019 bis 2024) des Europäischen Parlaments sind lediglich zwei Abgeordnete aus Nordhessen dabei: der Grüne Martin Häusling aus Bad Zwesten und der Freie Wähler Engin Eroglu aus Schwalmstadt-Ziegenhain. Vier weitere Abgeordnete des Europaparlaments kommen derzeit ebenfalls aus Hessen: Udo Bullmann (SPD/Frankfurt), Michael Gahler (CDU/Hattersheim), Sven Simon (CDU/Buseck) und Christine Anderson (AfD/Fulda).

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