VonMarius Gogollaschließen
Familienbildungsstätte stellt verschiedene Beispiele für gemeinschaftliches Wohnen im Werrsa-Meißner-Kreis vor.
Werra-Meißner – Leben in einer Wohngemeinschaft, zusammen mit Gleichgesinnten – das dürfte vielen aus ihrer Zeit als Auszubildende oder Studenten bekannt sein. Doch die Möglichkeiten gemeinschaftlichen Wohnens sind weitaus vielfältiger.
In Kooperation mit dem Reallabor Werra-Meißner und dem Werra-Meißner-Kreis präsentieren Mitarbeiterinnen der Evangelischen Familienbildungsstätte Werra-Meißner in einer Informations- und Netzwerk-Veranstaltung am 26. September die unterschiedlichen alternativen Wohnformkonzepte im Kreis.
Mit Blick auf steigende Lebenshaltungskosten und gesellschaftlichen Wandel finden sich zahlreiche Gründe, sich mit alternativen Wohnformen auseinanderzusetzen. „Wir möchten die Menschen vernetzen, die an gemeinsamen Wohnprojekten im Kreis interessiert sind“, sagt Gudrun Lang, Leiterin der Familienbildungsstätte. „Neue Wohnformen können ganz unterschiedlich sein: von einem Pflegebauernhof über Mehrgenerationenhäuser bis hin zu sozialer Landwirtschaft.“
Ziel der Veranstaltung sei es, den Interessierten die bestehenden gemeinschaftlichen Wohnformen im Kreis vorzustellen und Perspektiven aufzuzeigen. „Unabhängig vom Alter sollen sich Menschen finden, die Lust auf Wohnen in einer Gemeinschaft haben“, sagt Birgit Elbracht von der Familienbildungsstätte.
In Großstädten seien alternative Wohnformen bereits seit längerer Zeit ein Thema. „Es ist nicht nur eine Kostenersparnis, sondern ermöglicht die gegenseitige Unterstützung im Alltag“, sagt Robin Dirks vom Reallabor.
Doch auch im ländlichen Raum würde das Interesse daran wachsen, wie eine erste Info-Veranstaltung im Sommer gezeigt habe. „In Dörfern gibt es häufig Ein-Personen-Haushalte“, sagt Elbracht. „Durch gemeinschaftliches Wohnen lassen sich Ressourcen sparen und es hilft auch gegen Vereinsamung.“
Bei der ersten Info-Veranstaltung im Sommer wurden die Projekte Gemeinschaftlich Wohnen in Kaufungen, Wohn- und Lebensraum Oberhof und Zukunft Pflegebauernhof vorgestellt. Bei der kommenden Veranstaltung werden drei lokale gemeinschaftliche Wohnprojekte präsentiert.
Die Fuchsmühle in Waldkappel ist ein „Netz der Gemeinschaftlichkeit“, sagt Robin Dirks. Gestartet haben das Projekt zwölf Menschen, mittlerweile sind es 40. Sie leben in verschiedenen Wohngemeinschaften in und um Waldkappel.
In Witzenhausen gibt es den Verein Wohnwiz. Die Mitglieder haben es sich zum Ziel gesetzt, Menschen in einer verlässlichen solidarischen Gemeinschaft zusammenzubringen. Dazu sanieren sie die Witzenhäuser Alte Post, um dort gemeinschaftlich zu leben.
Das Werragut Aue bietet Soziale Landwirtschaft. Dort leben Menschen mit unterschiedlichen Problemlagen, denen das Zusammenleben einen sicheren Lebensort und Unterstützung im Lebensalltag bieten soll. mag
Service: Die Folgeveranstaltung Gemeinschaftliches Wohnen findet statt am Dienstag, 26. September, von 17 bis 19 Uhr in der Honer Straße 49 in Oberhone. Anmeldung bis 19. September unter info@reallabor-wmk.de oder Tel. 01 57/76 37 76 64.
(Marius Gogolla)
