Fußball

Fans von Eintracht Frankfurt dürfen nicht nach Neapel reisen

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Schwere Ausschreitungen vor dem Spiel der Eintracht in Neapel im März 2023.
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Für das Champions-League-Spiel Anfang November gehen keine Karten nach Deutschland. Um Krawalle zu verhindern, will die italienische Regierung noch weitergehen.

Am Ende kam es genau so, wie es die meisten Eintracht-Fans schon seit Wochen befürchtet hatten. Wenn ihre Mannschaft am 4. November in der Champions League beim italienischen Spitzenteam SSC Neapel antritt, werden sie nicht ins Stadion dürfen. Wie Eintracht Frankfurt mitteilte, hat der Präfekt der Stadt im Süden Italiens verfügt, dass keine Tickets an Gästefans verkauft werden dürfen. Und die Behörden wollen sogar verhindern, dass Eintracht-Fans überhaupt in die Stadt kommen. Dazu könnten vorübergehend die Regeln des Schengener Abkommens außer Kraft gesetzt werden.

Schon als im August die Gegner der Eintracht in der Königsklasse des Fußballs per Losentscheid ermittelt wurden, waren die Verantwortlichen des hessischen Klubs alles andere als begeistert. Ausgerechnet in Neapel sollte das zweite Auswärtsspiel ausgetragen werden. Dort hatte es beim bisher letzten Gastspiel der Eintracht in der Champions League massive Ausschreitungen gegeben. Schon damals, beim Achtelfinale im März 2023, hatten die italienischen Behörden entschieden, dass aus Sicherheitsgründen keine Tickets an die Eintracht gehen. 600 Fans reisten dennoch nach Neapel. Vor dem Spiel gab es in der Innenstadt Randale. Hooligans aus Frankfurt und Neapel gingen aufeinander los, Cafés wurden verwüstet, Autos stark beschädigt.

Die italienische Justiz zeigte daraufhin Härte. Es gab mehrere Verfahren, zwei Angeklagte wurden zu mehr als fünf Jahren Haft verurteilt. Zudem wurden Stadionverbote gegen Eintracht-Fans erteilt. Knapp 100 davon galten in Italien, etwa 20 darüber hinaus auch in Deutschland.

Eintracht-Fans drohen Reiseverbote

Angesichts dieser Vorkommnisse kommt der neuerliche Ausschluss von Gästefans nicht überraschend. Die Partie wäre ansonsten sicher ein Hochrisikospiel geworden, sagte Eintracht-Vorstand Philipp Reschke. „Aber Fanausschlüsse sind und bleiben die falsche Antwort darauf“, stellte Reschke klar. Er verwies darauf, dass deutsche Klubs von derartigen Verboten absehen.

In dem Gespräch, das die Eintracht-Verantwortlichen mit den italienischen Behörden hatten, wurde zudem klar, dass die Stadt Neapel diesmal die Anreise von Frankfurter Fans verhindern will. Demnächst dürfte es Verfügungen geben, damit die Anhängerschaft des Bundesligisten gar nicht erst in die Stadt gelangt. Möglich sind Kontrollen an deutschen Flughäfen und eine Einschränkung der Reisefreiheit in Europa.

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