VonMelanie Zimmermannschließen
Für eine Wahlkampfveranstaltung kommt Christian Lindner (FDP) nach Göttingen. Bei eine Störung durch Aktivisten holt er die Rednerin auf die Bühne.
Göttingen – Gut besucht war die Alte Feuerwache in Göttingens Innenstadt am Mittwoch, 22. Januar, zur Mittagszeit. Grund dafür war ein Auftritt von Ex-Finanzminister Christian Lindner, der im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung von FDP-Direktkandidat Konstantin Kuhle in die Uni-Stadt gekommen war.
In seiner rund 60-minütigen Rede warb Lindner für einen Wechsel der Regierung, nicht aber für einen Wechsel der Politik.
Großer Andrang bei Wahlkampfveranstaltung mit FDP-Chef Lindner in Göttingen
Knapp 300 Menschen waren in die Alte Feuerwache gekommen, um Christian Lindner zu sehen, der mit gut 25 Minuten Verspätung die kleine Bühne betrat. Der Start seiner Rede wurde von lautem Klopfen an die Fensterscheiben der alten Feuerwache begleitet: Anhänger aus der linken Szene hatten sich vor dem Gebäude versammelt, um die Veranstaltung zu stören.
Christian Lindner nahm es sportlich, redete weiter und kommentierte das schnelle Ende des ersten, aber nicht des letzten Störversuchs an diesem Mittag mit den Worten: „Schade, schon wieder vorbei. In der Politik braucht man einen längeren Atem, wenn man etwas erreichen will.“
Linke hätten einfach kein Verständnis für Genuss und Lebensfreude, das habe ihm auch der Angriff auf ihn mit einer Schaumtorte kürzlich bei einer Wahlkampfveranstaltung in Greifswald erst wieder gezeigt. Ein Nachtreten, dass das Publikum mit Applaus quittierte.
Störung durch Pro-Palästina-Aktivisten: Lindner holt Sprecherin auf die Bühne und gibt ihr Redezeit
Die nächste Unterbrechung folgte nur wenige Augenblicke später durch Pro-Palästina Aktivisten, die sich unter die Zuhörer gemischt hatten. Lindner ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, holte die junge Frau kurzerhand auf die Bühne, gab ihr drei Minuten Redezeit für ihr Anliegen, mit der Forderung, im Anschluss seine Rede ohne Unterbrechung fortsetzen zu können. Das gelang.
Inhaltlich gab es anschließend einen Exkurs durch das aktuelle Wahlprogramm der FDP, dessen Schwerpunkte auf Wirtschaft und Wachstum, sowie auf weniger Bürokratie und mehr Sicherheit durch begrenzte Migration liegen. Lindner benannte die Fehler für die momentane Wirtschaftskrise in Deutschland. „Wir brauchen keinen Politikwechsel, wir brauchen einen Regierungswechsel“, so der Ex-Finanzminister und sparte dabei nicht mit Kritik an den anderen Regierungsparteien.
Es gibt keinen Grund für Pessimismus.
2025 hätten zahlreiche Menschen in Deutschland wieder Sorge um ihren Arbeitsplatz, Stellen würden abgebaut. „Wem sage ich das in Niedersachsen!“, spielte Lindner auf die jüngsten Entwicklungen bei VW an. Im Mittelstand gehe ebenfalls Substanz verloren, der Lebensstandard in Deutschland sei in Gefahr, das Leben werde schlicht teurer.
Die FDP wolle wieder für mehr Netto vom Brutto und für eine gerechte Altersvorsorge für alle Generationen in Deutschland sorgen, betonte Lindner. Leistung müsse sich wieder lohnen. „Wir sind ein starkes Land, es gibt keinen Grund zum Pessimismus“, gab er sich kämpferisch.

