- VonMax Wenischschließen
Die Depot-Filiale am Uniplatz schließt, weil die Deko-Kette insolvent ist. Das Geschäft in Fulda ist eine von mindestens 27 Depot-Filialen in Deutschland, die geschlossen werden.
Fulda - In der Fuldaer Geschäftswelt tut sich etwas: Während die Depot-Filiale am Uniplatz nun doch geschlossen wird, bleibt der Outdoor-Händler „Doorout.de“ erhalten. Unternehmensgründer Roland Brotzmann übernimmt nach der Insolvenz die Leitung. doorout ist gerettet.
Diese Nachricht hatte im November 2024 für Aufregung gesorgt: Der Wohnaccessoire-Händler Depot plant die Schließung von mindestens 27 Filialen in ganz Deutschland - verbunden mit der Entlassung von 50 Angestellten.
Depot am Uniplatz schließt - Deko-Kette insolvent
Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fuldaer Filiale am Universitätsplatz hieß es kurz darauf aufatmen: das Geschäft sollte erhalten bleiben. Jetzt offenbar allerdings die Wende. Derzeit zieren Plakate mit den Aufschriften „Wir schließen!“ und „Sale!“ die Schaufenster.
Von der bevorstehenden Schließung der Filiale erfuhr das City Marketing Fulda Mitte bereits Januar aus Mitarbeiterkreisen. Ein Termin sei dabei jedoch noch nicht genannt worden. Der Mutterkonzern, die Gries Deco Company, wollte sich zu dem Vorgang auf Nachfrage der Redaktion nicht äußern.
Depot ist ein attraktiver Anbieter, der für viele Kunden ein Einkaufsziel ist.
„Depot ist ein attraktiver Anbieter, der für viele Kunden ein Einkaufsziel ist“, kommentiert das City Marketing und äußert die Hoffnung, dass ein guter Nachmieter gefunden wird. Wer dies sein wird, kann es noch nicht sagen. Es werde jedoch mit verschiedenen Interessenten verhandelt.
Etwa 50 der 3350 Depot-Beschäftigten verlieren mit der Schließung der 27 Filialen ihren Job. In der Unternehmenszentrale im Niedernberg in Unterfranken sei die Zahl der Mitarbeiter seit Anfang des Jahres 2024 von rund 650 auf 500 verringert worden, teilte der Geschäftsführer des Einzelhandelsunternehmens, Christian Gries, mit.
Depot ist eine Tochter der Gries Deco Company (GDC). Wegen drohender Zahlungsunfähigkeit hatte das Unternehmen im Juli 2024 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Ziel ist es nach Firmenangaben, bis spätestens Mitte 2025 wieder in den Regelbetrieb übergehen zu können.
Depot-Geschäftsführer räumt Fehler des Unternehmens ein
Laut Gries hatte Depot während und nach der Corona-Zeit mit Schwierigkeiten zu kämpfen. „Die Lager waren voll, aber die Ware konnte nicht abfließen, weil die Läden geschlossen waren. Deshalb haben wir Probleme bekommen beim Umsatz.“ Weil Lieferketten nicht funktioniert hätten, sei Weihnachtsware erst im Januar gekommen.
Die Rahmenbedingungen haben sich für Händler laut Gries verändert. Rohstoffpreise, Nebenkosten, Containerraten und Mieten seien stark gestiegen. Die Frachtkosten hätten sich innerhalb eines halben Jahres verzehnfacht. So sei es kaum möglich, das bisherige Geschäftsmodell rentabel zu betreiben.
Gries räumte jedoch auch Fehler ein. Man habe nicht nur unnötige Überbestände in den Lagern aufgebaut. „Wir haben zu spät gemerkt, dass viele Kunden unter der hohen Inflation ein verändertes Kaufverhalten an den Tag legen.“ Der Einrichtungsfachhandel leidet besonders unter der schlechten Konsumstimmung.
Video: Deko-Kette Depot ist insolvent - 6500 Mitarbeiter betroffen
Eine 2024 durchgeführte, repräsentative Appinio-Umfrage zeigt: Zwei Drittel der Kunden geben an, derzeit weniger Produkte aus dem Bereich Haushalt, Möbel und Einrichtung zu kaufen, da sie es sich nicht mehr leisten könnten. Depot und andere Einzelhändler verloren auch Marktanteile an stark expandierende Non-Food-Discounter wie Action.
Weitere Konkurrenz gibt es durch Portale wie den chinesischen Online-Marktplatz-Temu. Auch im deutschsprachigen Ausland betreibt Depot Geschäfte. In Österreich verringerte sich das Filialnetz, ebenfalls im Zuge einer Insolvenz, in diesem Jahr von 49 auf 29 Filialen. In der Schweiz sind es 34.
