Bunker in der FRiedberger Anlage

Frankfurt: Antisemitische Hassparolen an Mahnmal

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Wo heute der Bunker in der Friedberger Anlage steht, stand bis zur Pogromnacht Frankfurts größte Synagoge.

Die Jüdische Gemeinde ist erschüttert über Graffiti am Bunker in der Friedberger Anlage, wo bis 1938 Frankfurts größte Synagoge stand.

Antisemitische Schmierereien ausgerechnet an einer Erinnerungsstätte für die NS-Verbrechen erschüttern die Jüdische Gemeinde Frankfurt. An der Friedberger Anlage, wo bis zur Brandstiftung in der Pogromnacht am 9. November 1938 die größte Synagoge der Stadt stand, und nun ein im Zweiten Weltkrieg errichteter Luftschutzbunker steht, haben Unbekannte „Stop Bombing Gaza, Free Palestine, Zionist Assasin“ gesprüht. Direkt unter einem großen Foto des ehemaligen Synagogensaals, das an der Fassade hängt. Ein Gemeindemitglied habe die Parolen am Dienstag entdeckt, hieß es auf Nachfrage. Seit 1988 ist der Bunker ein Mahnmal.

Hier werde ganz offen antiisraelischer und antisemitischer Hass verbreitet, hieß es in einer Stellungnahme der Jüdischen Gemeinde. „Wer auch immer seine Solidarität mit den palästinensischen Menschen zeigen möchte, soll dies gerne tun. Jedoch jüdische Gedenkorte, die an die Schoah erinnern, zu beschmieren, überschreitet die Grenze zum Antisemitismus. Israel sagen, aber Juden meinen, ist die neue Art des grassierenden Judenhasses, der sich immer weiter auf unseren Straßen Bahn bricht. Dieser Vandalismus ist feige und infam.“

Die Gemeinde hoffe, dass die Schmiererei nicht nur, so schnell es geht, entfernt, sondern auch die Täter gefunden und bestraft würden. „Wir sehen durch derartige Vorfälle, wie wichtig es weiterhin ist, sowohl Solidarität mit Israel als auch mit den jüdischen Bürgerinnen und Bürgern hier in Frankfurt zu zeigen.“ Erst in der Nacht auf Sonntag hatte eine Gruppe von Unbekannten eine israelische Fahne am Römer heruntergerissen und war auf ihr herumgetrampelt; die Stadt Frankfurt hatte daraufhin Strafanzeige gestellt. aph

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