Stadtparlament

Frankfurt: Der weite Weg zur Wärmeplanung

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Die Mainova stellt ihr Kraftwerk um: von Kohle auf Gas. Rolf Oeser
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CDU und Linke fordern im Stadtparlament mehr Tempo bei der Wärmewende.

Eigentlich wollte Umwelt- und Klimadezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) längst über die Wärmeplanung für Frankfurt informiert haben. Doch die von der TU Wien seit 2022 erarbeitete Konzeptstudie zur Erstellung der Planung ist noch nicht fertig. Die Opposition mahnte in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend mehr Tempo bei der kommunalen Wärmeplanung an. „Wir können nicht weitere Zeit verschwenden“, sagte Linken-Stadtverordnete Daniela Mehler-Würzbach. Für die CDU bestätigte sich, dass das Bündnis aus Grünen, SPD, FDP und Volt eine „Ankündigungskoaliton“ sei.

Die Versorgung mit Wärme ist eine der großen Herausforderungen im Kampf gegen die Klimakrise. Von einer „Jahrhundertaufgabe“ ist an dem Abend im Plenum oft die Rede. Großstädte müssen nach aktuellem Stand bis Mitte 2026 eine Wärmeplanung vorlegen. Darin sollen sie etwa angeben, wo in der Stadt eine Fernwärme-Versorgung geplant ist oder ein Wasserstoffnetz aufgebaut werden soll. Eigentümer:innen, die Aussicht auf den Anschluss an ein Fernwärmenetz haben, könnten sich möglicherweise den Einbau einer teuren elektrischen Wärmepumpe sparen. In der Konzeptstudie der TU Wien wird der Wärmebedarf des Frankfurter Gebäudebestandes berechnet, Potenziale durch erneuerbare Energien ermittelt, und es geht um die Möglichkeiten zum Ausbau der Fernwärme. Die Bürgerinnen und Bürger würden sich viele Fragen dazu stellen, „aber bekommen keine klare Antworten vom Magistrat“, sagte Yannick Schwander (CDU).

Seine Fraktion fordert in einem Antrag, dass zügig ein Zeitplan für die weiteren Schritte bei der kommunalen Wärmeplanung vorgelegt wird. Dabei sollten auch die Quellen von Fern- und Nahwärme benannt werden, sagte Schwander. „Auch die Abwärme von Rechenzentren muss eine Rolle spielen.“ Unabdingbar sei zudem eine Kostenaufstellung, denn das „Jahrhundertprojekt“ koste viel Geld. Mehler-Würzbach kritisierte, dass „die Energieversorger über die Transformation entscheiden“ und die Mainova dabei auf fossile Infrastruktur setze.

David Edelmann (Grüne) stimmte durchaus mit der Opposition überein, dass ein größtmögliches Tempo bei der Wärmeplanung vorgelegt werden sollte. Die Anregungen der CDU sollten geprüft werden, „vielleicht helfen sie, den Prozess zu beschleunigen“. Er verwies darauf, dass Bundesgesetze sich noch im parlamentarischen Verfahren befänden und wohl erst Ende des Jahres „Klarheit über die konkreten Standards“ herrschen werde. Julian Langner (FDP) warnte auch vor „hektischem Aktionismus. Das hilft uns nicht weiter, die komplexe Aufgabe zu bewältigen“. Und Roger Podstatny (SPD) bedauerte, dass „die CDU das Thema erst in der Opposition entdeckt hat“.

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