VonSandra Buschschließen
Falls die Eintracht am Samstag den DFB-Pokal gewinnt: Der Plan für die Siegesfeier steht. Von der Ankunft der Mannschaft, über Autokorso, Empfang im Römer und Besucherzonen mit Leinwänden.
Falls. Das Wort muss nun eigentlich jedem Satz vorangestellt werden. Denn nur falls dieses Fußballspiel am Samstagabend mit einem Sieg für Eintracht Frankfurt endet, wird in der Stadt gefeiert. Das ist irgendwie logisch, und niemand will vor dem Spiel eigentlich über Triumphe und Siegesfeiern sprechen. Aber da sich so eine Siegesfeier nicht über Nacht organisieren lässt, muss die Stadt bereits jetzt Vorbereitungen treffen. Also: Falls die Eintracht am Samstag im DFB-Pokalfinale in Berlin gegen RB Leipzig gewinnt, dann wird einiges los sein in der Stadt.
Dann könnte es sein, dass sich am Sonntag die Stadt in der Hand der Fans befindet. So wie vergangenes Jahr, als der Europapokal gewonnen wurde. Oder 2018, als die Mannschaft mit dem DFB-Pokal nach Hause kam. Dann strömen Zehntausende in die Innenstadt, um die Pokalhelden in Empfang zu nehmen. Falls also die Mannschaft gewinnt, wird sie am Sonntag um 13.40 Uhr am Flughafen aus Berlin erwartet. Und dann soll es einen Autokorso geben. Durch Sachsenhausen bis zum Römer. Dort soll sie um 16.30 Uhr ankommen, gegen 17 Uhr auf den Römerbalkon treten. Und die Stadt will in ihrer Mitteilung zu den Vorbereitungen der Feierlichkeiten ganz sicher gehen und fügt erneut an: „Der Empfang sowie der Autokorso finden nur im Siegesfall statt.“ Fett geschrieben. Sicher ist sicher.
Im Römer soll es also wieder einen Empfang geben. Vergangenes Jahr war es da zu Irritationen gekommen. Sie wissen schon. Der damalige Oberbürgermeister schnappte sich den Europapokal, er kannte die Spielernamen nicht richtig. Aber nun hat Frankfurt einen neuen OB, und der ist auch noch Sportdezernent. Mike Josef (SPD), das ist ziemlich sicher, kennt die Spielernamen im Schlaf. Irritationen ausgeschlossen. Zumindest in der Hinsicht.
Für alle, die den Empfang der Eintracht miterleben wollen, gibt es vier Besucherzonen: am Römer, am Paulsplatz sowie am Mainkai West und am Mainkai Ost. Überall wird es große Leinwände mit Live-Übertragungen des Autokorsos, des Empfangs im Römer und des Besuchs der Mannschaft auf dem Balkon des Rathauses geben. Außerdem gibt es an allen vier Plätzen ein Entertainment-Programm, Essen und Getränke. Am Mainufer wird damit ab 10 Uhr gestartet. Insgesamt wird es Platz für 60 000 Fans geben.
Tankard rockt
„Wir haben die Eintracht im Endspiel gesehen…“ – das Lied gehört zum Pokalfinale wie Eintracht Frankfurt. Klar, dass es auch an diesem Samstag wieder eine halbe Stunde vor dem Anpfiff im Berliner Olympiastadion erklingt: „Schwarz-weiß wie Schnee, das ist die SGE“ wird die Frankfurter Kultband Tankard rocken. Genau wie schon vor den Finals 2006, 2017 und 2018. „Wer hätte das vor mehr als 17 Jahren gedacht?“, sagt Sänger Gerre. „Es ist uns eine große Ehre, mit zitternden Knien vor die Kurve zu gehen, um danach mit ihr zu verschmelzen!“ ill
Falls es die Umstände erfordern,•hat das Auswirkungen auf den Verkehr. Die Altstadtstrecke wird für die Straßenbahnenlinien 11, 12, 14 gesperrt, sie werden umgeleitet – von Samstag, 15 Uhr, bis voraussichtlich Montag, 2.30 Uhr. Die U-Bahn-Station Dom/Römer wird am Sonntag geschlossen, die Linien U4 und U5 fahren ohne Halt durch. Auch das Parkhaus Römer wird am Sonntag komplett zu sein, aus dem Parkhaus Konstablerwache ist nur die Ausfahrt möglich. Der Eiserne Steg wird den ganzen Sonntag gesperrt, und die Autokorso-Strecke ist nur für Fußgänger:innen zugänglich.
Auf dem Römerberg gelten Sicherheitsmaßnahmen: Taschen werden kontrolliert, sie dürfen nicht größer als DIN A4 sein. Waffen, Flaschen, Pyrotechnik und Bengalos dürfen nicht mitgebracht werden. Hunde und Fahrräder auch nicht.
Das alles tritt selbstverständlich nicht ein, falls ... Aber über diesen Fall will nun wirklich gar niemand sprechen.
