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Nach dem Tiefschlag gibt es auf der Zeil neue Hoffnung. Das Karstadt-Kaufhaus an der Zeil könnte zu einem Aachener Modehaus werden.
Frankfurt – Die Dortmunder Modekette Aachener möchte vier Galeria-Warenhäuser übernehmen, darunter die Frankfurter Filiale an der Zeil, das ehemalige Karstadt-Warenhaus. Aachener trifft nach eigenen Angaben Vorbereitungen, die vier Standorte weiter zu betreiben. Außer Frankfurt sind das noch Häuser in Cottbus, Coburg und im Nürnberger Frankencenter.
Grundsätzlich berichte Aachener nur über neue Standorte, wenn die notwendigen Mietverträge rechtskräftig abgeschlossen seien, so Geschäftsführer Friedrich Göbel in einer Mitteilung. Das scheint noch nicht ganz der Fall zu sein, gleichwohl werde in verschiedenen Medien über die ersten Anmietungen bereits berichtet, so Göbel.
Frankfurt: Interessent für Galeria-Kaufhaus prägendes Gesicht bei Sinn
Er könne zumindest bestätigen, dass unterschriebene Mietverträge für die genannten Standorte existierten, die dann rechtskräftig würden, wenn die schriftlichen Kündigungen dieser Standorte von Galeria bei dem jeweiligen Eigentümer eingehen. Andere Details, wie etwa zur Übernahme der Warenbestände, müssten noch verhandelt werden.
Das Unternehmen Aachener hat Göbel Anfang 2022 gegründet. Er war zuvor lange Zeit prägendes Gesicht beim Modehändler Sinn (Sinn Leffers). Nun betreibt er Bekleidungshäuser in Innenstädten und Shopping-Centern. Zu kaufen gibt es dort laut Website Damen- und Herrenmode sowie Wäsche im gehobenen Preissegment. Bis Februar 2024 könnten zwischen zehn und 25 bisherige Galeria-Standorte angemietet werden. Das Laden-Konzept will Göbel Anfang April bekanntgeben. Alle bisherigen Galeria-Beschäftigten würde er übernehmen, wenn sie das wollten. 220 sind das in Frankfurt. Allerdings geht Göbel davon aus, die Zeil als Übergangslösung zu betreiben. Die Hauseigentümer hätten langfristig andere Pläne an der Stelle.
Joachim Stoll vom Handelsverband Hessen-Süd begrüßt die Neuigkeiten dennoch. „Wir freuen uns, dass Leerstand vermieden wird“, sagt er. Natürlich freue er sich auch für die Beschäftigten, sofern sie ihre Arbeit behielten. (George Grodensky)
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