VonChristoph Manusschließen
Im Nordwesten des früheren Industrieparks Griesheim soll ein riesiges Rechenzentrum entstehen. Das Areal im Frankfurter Westen wird gerade komplett neu entwickelt.
Der Wandel des früheren Industrieparks Griesheim im Westen Frankfurts in ein gemischt genutztes Gewerbeareal kommt langsam voran. Der Projektentwickler Beos und dessen Muttergesellschaft Swiss Life Asset Managers, die den 70 Hektar großen Chemiestandort langfristig gepachtet haben und komplett neu entwickeln wollen, haben jetzt ein 6,3 Hektar großes Teilstück im Nordwesten des Areals in Mainnähe an den Rechenzentrenbetreiber Cyrus One weiter verpachtet. Dieser will auf dem Gelände ein riesiges Rechenzentrum mit einer IT-Gesamtkapazität von 81 Megawatt betreiben. Der Bau könnte nach Mitteilung des Unternehmens im dritten Quartal kommenden Jahres beginnen, die ersten Rechenkapazitäten stünden dann knapp zwei Jahre später zur Verfügung, heißt es.
Nach Mitteilung von Beos und Swiss Life Asset soll die Abwärme des Großrechenzentrums als Heizenergie für das restliche Quartier, das sie als „Frankfurt Westside“ vermarkten, dienen und damit dazu beitragen, einen „konsequenten Verzicht auf fossile Energieträger“ zu erreichen. Bis zu 40 Megawatt Abwärme sollen eingespeist werden können.
Cyrus One verspricht in seiner Mitteilung, die Wände und Dächer der Gebäude auf mehr als 1800 Quadratmeter Fläche zu begrünen, 5500 Quadratmeter offene Grünfläche und 60 Bäume einzuplanen. Für das Unternehmen ist das siebte Projekt in Frankfurt das bisher mit Abstand größte. Bisher betreibt es Rechenzentren mit 60 Megawatt IT-Kapazität in der Stadt und hat Anlagen mit weiteren 126 Megawatt in der Entwicklung.
Die Stadt Frankfurt arbeitet derzeit an einem Bebauungsplan, der die Entwicklung des Chemieareals in ein gemischtes Gebiet ermöglichen soll. Sie hofft, dass in dem Gebiet in Nähe des Mainufers einmal mehr als 5000 Menschen arbeiten könnten.
