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Frankfurt: Weitere Ausschreibung für eine Multifunktionsarena

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Die Animation einer Halle am Stadion von den Machern der Machbarkeitsstudie AS+P.
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Die Stadt Frankfurt treibt die Planungen für eine Halle am P9 am Stadion voran. Nach der Ausschreibung für ein Verkehrskonzept wird es sie nun auch für eine sogenannte Funktionalplanung geben. Ergebnisse gibt es aber erst Anfang 2023.

In den Planungen einer Multifunktionshalle auf dem Areal P9 am Frankfurter Stadion geht es in kleinen Schritten voran. Nachdem vor wenigen Wochen ein Verkehrsgutachten ausgeschrieben wurde, soll demnächst eine sogenannte funktionale Leistungsbeschreibung ausgeschrieben werden. Darin steht unter anderem, wie hoch und tief die Arena sein soll, welche Kapazitäten für welche Veranstaltung zur Verfügung stehen und wie viele Umkleiden, Nebenräume und Lagerräume gebraucht werden.

„Wir haben uns mit der Basketball-Bundesliga und der Deutschen Eishockeyliga zusammengesetzt, um zu schauen, welche Anforderungen es an nationale und internationale Spiele gibt“, berichtet Karin Fehres, Büroleiterin von Oberbürgermeister Mike Josef (SPD). Natürlich gab es auch Gespräche mit dem DEL-Klub Löwen Frankfurt und den Basketballern der Skyliners, die in die zweite Liga abgestiegen sind. In der Funktionalausschreibung sollen möglichst viele Wünsche berücksichtigt werden. Spätestens im Oktober soll sie veröffentlicht werden. Spätestens Anfang nächsten Jahres sollen die Ergebnisse stehen. Jene für das Verkehrskonzept erwartet Fehres erst für Februar oder März.

Bereits jetzt kommt es bei Abendspielen der Eintracht unter der Woche zu Verkehrschaos. Der Fußball-Bundesligist fordert seit langem eine Lösung – zumal das Stadion für diese Saison um rund 8000 Plätze auf 58 000 Plätze erweitert wurde. Die Polizei fordert indes schon lange die Trennung von Eintracht- und Gästefans. „Es gab eine Ausschreibung mit dem Planungsziel, die Fangruppen zu trennen. Allerdings sind keine Angebote eingegangen“, sagt Fehres. Wie jetzt eine Lösung herbeigeführt werden soll, ist noch offen.

Im Zuge des Baus einer Halle auf dem Parkplatz P9 müssten die Gästebusse, die aktuell dort parken, an die Ostseite des Stadions verlegt werden. Da wurde vor kurzem ein Biodiversitätsgutachten in Auftrag gegeben und festgestellt, dass im Hinblick auf bedrohte Pflanzen- oder Tierarten einer Planung nichts im Weg steht. Im März 2022 hatte Josef mit einer Machbarkeitsstudie den Standort P9 ins Spiel gebracht, um endlich Bewegung in die seit über einem Jahrzehnt nicht vorankommenden Hallenplanungen zu bringen. Der große Vorteil vom Standort ist, dass es dort Baurecht gibt. Ein Hallenbau für Sport, Konzerte und andere Events mit einer Kapazität von bis zu 15 000 Menschen plus weiterer infrastruktureller Maßnahmen wurde seinerzeit auf rund 180 Millionen Euro geschätzt. Ein Finanzierungs- und Betreibermodell will die Stadt erst erstellen lassen, wenn sie die Ergebnisse aus den beiden Ausschreibungen vorliegen hat.

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