Wirtschaft

Wilhelm Brandenburg: Wurstfabrik der Rewe Group bleibt doch in Frankfurt

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Die Großmetzgerei Brandenburg gibt ihre Pläne für einen großen Neubau in Erlensee auf. Der Frankfurter Standort der Rewe-Group-Tochter bleibt erhalten und wird modernisiert.

Frankfurt - Die Zentrale der Großmetzgerei Wilhelm Brandenburg bleibt nun doch im Frankfurter Stadtteil Fechenheim. Dort wird das Unternehmen der Rewe-Group zudem weiterhin Fleisch und Wurst herstellen. Das hat die Rewe-Group nun bestätigt.

Eigentlich hatte Wilhelm Brandenburg schon im Jahr 2022 mit dem Bau einer neuen Zentrale und Produktionsstätte in Erlensee (Main-Kinzig-Kreis) beginnen wollen. Mit Beginn des dortigen Betriebs sollten der Frankfurter Standort mit etwa 1200 Beschäftigten und eine kleinere Produktionsstätte in Dreieich (Kreis Offenbach) mit etwa 500 Beschäftigten schließen. Für die Frankfurter Wirtschaft war das als schwerer Schlag gewertet worden, zumal die Stadt dem Unternehmen gemeinsam mit der Nachbarkommune Maintal ebenfalls ein Grundstück angeboten hatte.

Rewe Group begründet Aus für neue Wurstfabrik mit gesunkenem Fleischkonsum

Doch nun hat Wilhelm Brandenburg die Pläne für das Großprojekt im Main-Kinzig-Kreis nach langem Stillstand endgültig aufgegeben. „Den Neubau eines Fleischwerkes in Erlensee werden wir nicht weiter verfolgen“, teilte ein Sprecher der Rewe-Group am Donnerstag auf Anfrage mit.

Seit den ersten Plänen für den neuen Standort habe sich das Markt- und Wettbewerbsumfeld deutlich verändert. „Veränderte Verzehrgewohnheiten wirken sich auf den Fleischkonsum aus, Themen wie der Klimawandel und die Rolle tierischer Produkte werden verstärkt diskutiert, neue gesetzliche Regelungen erhöhen die Kosten.“ Zudem habe es interne Veränderungen gegeben, etwa die erfolgte Übernahme zweier Produktionsstandorte. „Dies alles hat dazu geführt, dass wir unsere grundsätzliche Ausrichtung neu überdacht und bewertet haben.“

Auch der Standort von Wilhelm Brandenburg in Dreieich bleibt erhalten

Außer dem Standort in Frankfurt soll auch die Produktionsstätte in Dreieich erhalten bleiben. Das Unternehmen Wilhelm Brandenburg setze nun auf eine deutlich regionalere Ausrichtung mit den Bestandsbetrieben, teilt die Rewe-Group mit. Diese würden modernisiert. Die Rede ist von massiven Investitionen.

Im Frankfurter Stadtteil Fechenheim will das Unternehmen Wilhelm Brandenburg auch künftig Wurst und Fleisch herstellen, dass es etwa in den Supermärkten von Rewe zu kaufen gibt.

Was nach dem Aus für den Bau der Wurstfabrik nun in Erlensee geschieht, blieb zunächst offen. Das Grundstück verbleibe bei der Rewe Group, eine nachhaltige Nutzung der Fläche innerhalb der Gruppe werde geprüft, hieß es lediglich.

Gewerkschaft sieht gute Nachricht für Beschäftigte von Wilhelm Brandenburg in Frankfurt

Für die Beschäftigten von Wilhelm Brandenburg in Frankfurt und Dreieich sei das Aus für den geplanten Standort in Erlensee erst einmal eine gute Nachricht, sagte Hendrik Hallier, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten in der Region Rhein-Main, am Donnerstag der Frankfurter Rundschau. Sonst hätten viele von ihnen längere Wege zur Arbeit hinnehmen müssen.

Die Frankfurter Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP) sprach auch von einer guten Nachricht für die Stadt als Standort für Industrie und Handwerk. Stadt und Wirtschaftsförderung seien mit dem Unternehmen in Gesprächen über bessere Bedingungen im Gewerbegebiet. Dabei gehe es etwa um die Verkehrsanbindung. (Christoph Manus)

Rubriklistenbild: © Rolf Oeser

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