VonThomas Stillbauerschließen
Kreisverband fordert mehr Initiative vom Umweltamt - vor allem beim Brauchwasser,
Mehr Tempo und Entschlossenheit verlangt der BUND-Kreisverband Frankfurt vom Umweltamt in Sachen Wasserwirtschaft. Die Umweltschutzorganisation vermisst Maßnahmen, die den Wasserverbrauch und somit auch die Zuliefermenge aus dem Vogelsberg und dem Hessischen Ried reduzieren helfen würden.
Wolf-Rüdiger Hansen vom BUND-Vorstand kritisiert in seiner Zuschrift, der neue Umweltamtsleiter Alexander Kehl habe im FR-Interview (Ausgabe vom 13. Dezember) Aufbruchstimmung vermissen lassen.
Zudem sei das Wasserkonzept der Stadt aus dem Juni 2021 „wenig konkret und unambitioniert“; es fehlten vor allem greifbare Kennzahlen für die weitere Entwicklung.
Vom Amtsleiter erwartet der BUND, dass er sich wegen des Konflikts ums Trinkwasser mit den Umlandgemeinden in Verbindung setzt, um über „seit Jahrzehnten andauernde Klagen der Menschen über immer öfter trockenfallende Bäche im Vogelsberg und über die an Wassermangel sterbenden Wälder im Hessischen Ried“ zu sprechen. Frankfurt fördere nur 25 Prozent seines Trinkwassers aus eigenen Wasserwerken, 75 Prozent kämen aus dem Umland, erinnert Hansen.
Dreieinhalb Jahre nach Veröffentlichung des Wasserkonzepts herrsche Schweigen über konkrete Ergebnisse eines Arbeitskreises zur Wasserversorgung der Zukunft. Hansen: „Nach über zwei Jahren könnte die Stadt auch Auskunft geben, welche im Zukunftsplan Wasser der hessischen Landesregierung – veröffentlicht im Oktober 2022 – aufgelisteten Maßnahmen sie in ihrem Verantwortungsbereich zu ergreifen gedenkt.“
Brauchwasser nutzen
Als misslich betrachtet der BUND auch, dass die Verantwortung für die Wasserwirtschaft über mehree Dezernate und Ämter hinweg gesplittet sei (Stadtplanung, Stadtentwässerung / Verkehr, Umwelt).
Vor mehr als einem Jahr habe sich der BUND „über diese kontraproduktive Zersplitterung und mangelnde Koordination der Verantwortung für die Wasserwirtschaft“ bei Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) schriftlich beklagt, ohne dass sich seither etwas gebessert habe.
Der Kreisverband schlägt vor, Brauchwassernutzung etwa für die Toilettenspülung bei Neubauten zwingend vorzuschreiben, statt nur die Bürgerinnen und Bürger zum Wassersparen aufzufordern. ill
