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Die Flüsse Rhume und Leine treten in Niedersachsen über die Ufer. Hunderte von Helfern sind über Weihnachten pausenlos im Einsatz.
Northeim – Die Hochwasserlage im Raum Northeim ist in der Nacht zum zweiten Weihnachtsfeiertag kritisch. Durch ergiebige Regenfälle am 1. Weihnachtsfeiertag und das gleichzeitige Ablassen von Wasser aus der Sösetalsperre sind die Pegelstände an der Rhume weiter gestiegen. Dies führt am Montagmittag zum Wegbrechen des Uferdammes zwischen Rhume und Großem Freizeitsee auf eine Länge von 200 Metern. Seitdem fließt die Rhume hier ungehindert in den See. Der Seeuferweg ist weggeschwemmt.
Das Restaurant Seeterrassen, das Clubhaus des Segelclubs und das Bootshaus der DLRG am Nordhafen, Gebäude, die Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks (THW) noch an Heiligabend durch Hunderte von Sandsäcken zu schützen versuchten, liefen wenig später voller Wasser und mussten evakuiert werden. Überschwemmt ist auch der Parkplatz an den Seeterrassen.
Hochwasser in Northeim und Region: Rhume macht Einsatzkräften Sorgen
Stromaufwärts in Richtung Elvershausen und Berka macht die Rhume den Verantwortlichen ebenfalls Sorgen. Teilweise ist sie über die Ufer getreten und hat die Äcker und Wiesen in eine Seenlandschaft verwandelt, bei Elvershausen ist der Sportplatz überschwemmt worden.
Am Northeimer Stadion haben am Abend des ersten Weihnachtsfeiertages Helfer des THW, verstärkt durch Das THW hat dafür zusammen mit dem Freiwilligen Feuerwehren aus Edesheim, Hammenstedt und Hohnstedt Sandsäcke an Schwachstellen am Deich verteilt. Der Rhumekanal fließt direkt am Stadion vorbei. Die Lage sei kritisch, sagte eine Vereinssprecherin.
Hochwasser in Northeim und Region: Äcker und Straßen überflutet
Auch entlang die Leine ist im Raum Northeim und Einbeck über die Ufer getreten, landwirtschaftliche Flächen wurden überflutet. Viele Straßen in Flussnähe sind aktuell gesperrt. In Greene, wo nach dem verstärkten Ablassen von Wasser aus dem fast vollen Leinepolder, der Pegel in der Nacht zum zweiten Weihnachtsfeiertag mit einem Wasserstand von über 6,40 Meter auf einem Rekordniveau seit 2010 lag, sind im Unterdorf viele Häuser mit Sandsäcken gesichert. Die Leinemühle bei Sudheim ebenso.
Überall im Landkreis, insbesondere in den Kommunen an Rhume und Leine, wurden an Sammelstellen und auf den Bauhöfen Tausende von Sandsäcken gefüllt und ausgegeben. Mehrere Hundert Helfer der Feuerwehren, des THW und auch Freiwillige aus der Bevölkerung packten mit an.
Am Dienstag, 26. Dezember, kommt laut einer Sprecherin der Staatskanzlei Ministerpräsident Stephan Weil nach Northeim, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen. (Axel Gödecke)
Rubriklistenbild: © Archivfoto: Niko Mönkemeyer



