Auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Fulda bleibt eine Herbstbelebung bislang aus. Die Arbeitsagentur verzeichnete im Oktober einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat und einen starken Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.
Fulda - „Die gedämpfte Wirtschaftssituation wirkt sich zunehmend auf den Arbeitsmarkt aus. Die Arbeitslosigkeit in der Region Fulda ist im Oktober gegenüber dem Vormonat leicht angestiegen“, berichtet die Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda.
Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Fulda liegt den Angaben zufolge nun bei 4317 und somit um 43 höher als im September. Der Abstand zum Vorjahr beträgt 490. Die Arbeitslosenquote verblieb auf 3,4 Prozent (Vorjahr: 3,1 Prozent) und ist weiterhin die niedrigste in Hessen.
Fulda: Arbeitslosigkeit steigt weiter- Arbeitsagentur-Chef besorgt
Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda äußert sich besorgt: „Eine Herbstbelebung ist bislang nicht erkennbar, der Arbeitsmarkt hat tendenziell an Aufnahmefähigkeit verloren. Während wir im Vergleich zum Vormonat eher eine Seitwärtsbewegung sehen, zeigt der Blick aufs Vorjahr eine negative Entwicklung auf.“
So sei die Arbeitslosigkeit bei allen Personengruppen relativ stark angestiegen: Bei Männern um 17,6 Prozent auf 2302, bei jüngeren Personen sogar um 24,8 Prozent auf 498. Weniger stark vom Anstieg betroffen seien Frauen (plus 7,8 Prozent) und ältere Personen über 50 Jahren (plus +5,0 Prozent).
Mit ausschlaggebend für das große Plus sei „das gestiegene Angebot von Arbeitskräften mit Fluchthintergrund, insbesondere aus Afghanistan und Syrien“, heißt es. In der Folge sei die Arbeitslosigkeit vor allem beim Jobcenter des Landkreises gestiegen – binnen Jahresfrist um 366 auf 2860. Bei der Arbeitsagentur Fulda sind aktuell 1457 Personen erwerbslos gemeldet (plus 9,3 Prozent).
Als Anzeichen für eine sich abschwächende Konjunktur wertet Agenturleiter Dombrowski auch die abnehmende Dynamik am Arbeitsmarkt. So haben sich deutlich mehr Menschen aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr, hingegen fanden weniger Personen den Weg zurück in eine Erwerbstätigkeit.
„Trotz der gedämpften Konjunkturlage ist die Stellensituation insgesamt solide“, wie die Arbeitsagentur erklärt: „Der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur konnte im Landkreis Fulda im Oktober 301 Arbeitsstellen akquirieren.“ Aktuell seien 1814 freie Stellen verfügbar. Bedarf besteht demnach aktuell etwa an Berufskraftfahrern, Physiotherapeuten, Gabelstaplerfahrern und Medizinischen Fachangestellten sowie an Hilfskräften in unterschiedlichen Bereichen.
Auch außergewöhnlichere Berufe sind im Angebot: So werden unter anderem vier Hebammen, vier Wirtschaftsjuristen, zwei Konditoren und ein Forstwirt gesucht. (lio)