Seit Monaten wird der Schlossgarten in Fulda aufwendig saniert. Bei einem Rundgang über das Baustellengelände informierten Vertreter der Stadt am Dienstag über den aktuellen Stand der Arbeiten.
Fulda - Der Schlossgarten in Fulda ist derzeit noch immer eine Großbaustelle. Bis zum Spätsommer, so hatte es Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) im Frühjahr angekündigt, sollen die Arbeiten abgeschlossen und der Park in Fulda wieder zugänglich sein. Zuletzt waren Fragen aufgekommen, ob die Arbeiten vorangehen und dieser Termin zu halten ist. „Ja“, sagt Stadtbaurat Schreiner.
Fotostrecke: So laufen die Bauarbeiten im Fuldaer Schlossgarten
Und Stefan Retter, Leiter des Amtes Grünflächen und Stadtservice, ergänzt: „Wir haben die Arbeiten im Parterre bislang zu rund 70 Prozent abgeschlossen. Die restlichen 30 Prozent werden wir im Zeitplan bis Ende August, Mitte September vorantreiben.“ Gearbeitet wird derzeit im Parterre zur Pauluspromenade hin.
Fulda: Arbeiten im Schlossgarten zu etwa 70 Prozent abgeschlossen
In einer Baugrube ist bereits die Technik für die Brunnenanlage zu sehen, die mit ihrem zentralen Wasserspiel in der Parkmitte und je zwei Brunnen auf der Terrasse vor der Orangerie sowie auf der Kaiserterrasse künftig per Umwälzpumpe betrieben und nicht mehr mit Trinkwasser gespeist werden soll. Geschuldet sei dies auch den jüngst trockenen Sommern.
Wegen der Corona-Pandemie und den Lieferengpässen als Folge des Ukraine-Kriegs musste bei den Kosten noch einmal nachgesteuert werden. Mit 1,8 Millionen Euro beziffert Retter die Gesamtkosten für die Sanierung des Schlossgartens im Bereich der Orangerie und des Parterres.
Auch wenn diese beiden Bereiche im Spätsommer beziehungsweise im Herbst wieder für die Öffentlichkeit freigegeben werden, so müssen sich die Fuldaer im kommenden Jahr auf die nächste Baustelle und die nächste Sperrung einstellen: 2024 wird laut dem Stadtbaurat die Kaiserterrasse in den Fokus rücken.
Dafür müssen allerdings erst einmal die wesentlichen Arbeiten am Schlossturm abgeschlossen sein. Sprich: Das Dach aufgesetzt sein. Im ersten Quartal soll dann die Metallkonstruktion aufgesetzt werden, die an die einstige Rennaissance-Haube auf dem Turm erinnern soll. Mit 600.000 Euro – davon 340.000 Euro Herstellungskosten für die Konstruktion – bleibe auch dieses Projekt im „nachgebesserten Kostenplan“, sagen Schreiner und Edgar Baum.
Aufzug im Schlossturm ist bereits montiert
Baum ist im Gebäudemanagement zuständig für das Projekt Schlossturm, das nach aktuellem Stand mit 4,8 Millionen Euro zu Buche schlagen wird. Der Aufzug ist bereits montiert, nun geht es an die Stahltreppen, die mit einer sechs Zentimeter dicken Eichenschicht verkleidet werden. Wenn die oberste Betondecke, eingezogen ist, kann auch der Kran wieder abgebaut werden.
Erst dann, so erläutert Adrian Hehl, Sachgebietsleiter untre Denkmalschutzbehörde könne die Kaiserterrasse in Angriff genommen werden. Und das wird laut Stadtbaurat noch ein spektakuläres Projekt. Denn auch hier liegt die Herausforderung nicht nur in der Wiederanlage der barocken Beete, sondern im Untergrund – sprich in der Infrastruktur für die Abwässer. Gespannt sind die städtischen Verantwortlichen darauf, inwiefern sie noch Fundamente von einer gothischen Kapelle auf der Terrasse finden, über die Turm und Schloss nach Abschluss der Arbeiten erschlossen werden sollen.