Die hessische Digitalministerin Kristina Sinemus (CDU) hat die Edag Group in Fulda besucht, um sich über „Citybots“ zu informieren. Die Roboterfahrzeuge sollen bald am Frankfurter Stadion getestet werden.
Fulda - Roboterfahrzeuge, die volle Abfallkörbe leeren, Bäume bewässern und Menschen durch die Gegend fahren: In Fulda sind am Donnerstag (10. August) die neuen „Citybots“ vorgestellt worden, die all diese Aufgaben erfüllen sollen.
Fulda: „Citybots“ sollen am Frankfurter Stadion getestet werden
Zwei dieser futuristisch anmutenden Fahrzeuge sollen ab Oktober am Deutsche Bank Park in Frankfurt getestet werden, allerdings noch nicht an den Spieltagen des Bundesligisten Eintracht Frankfurt, wenn Zehntausende Menschen auf dem Stadiongelände unterwegs sind.
So soll das autonome Fahrzeug beispielsweise die Gärtner bei der Entsorgung des Rasenschnitts unterstützen, Mitarbeiter der Stadion-Gesellschaft über das Areal fahren oder Aufgaben der Stadion-Logistik übernehmen. Mithilfe von Sensoren bekommt das Fahrzeug aber auch Informationen, wenn etwa eine Pflanze Wasser benötigt - und gießt diese dann eigenständig.
Entwickelt wurde das Projekt von der Edag Group, die ihren Hauptsitz mit 1600 Mitarbeitenden in Fulda hat. Zwölf Millionen Euro hat die Entwicklung der „Citybots“ bislang gekostet, davon wurden 55 Prozent vom Land Hessen gefördert, wie Edag-Geschäftsführer Harald Keller sagte.
Projekte wie der „Citybot“ würden zeigen, „was wir in Hessen können“, sagte Digitalministerin Kristina Sinemus (CDU) bei der Vorführung der Fahrzeuge. Hessen wolle Vorreiter bei innovativen Transportlösungen sein. Für die Mobilitätswende sei die Digitalisierung der Schlüssel. 2021 war Sinemus schon einmal wegen der „Citybots“ bei der Edag zu Besuch.
Bei den sogenannten Citybots handelt es sich um vernetzte, vollautonome Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb. Die Zugmaschine des „Citybots“ kann mit verschiedenen Modulen ergänzt und somit für verschiedene Aufgaben eingesetzt werden. Die Fahrzeuge sind Teil des Projekts „Campus Free City“, das vom Bundesverkehrsministerium gefördert wird und den Verkehr der Zukunft durch neue Technologien nachhaltig beeinflussen will.
„Der CityBot hat das Potenzial, unsere Städte im Positiven zu verändern: Während er morgens und abends vor allem für den Personentransport eingesetzt werden kann, erledigt er in der Zwischenzeit die Belieferung von Stadien oder Supermärkten, leert Mülleimer in den Parks aus oder pflegt die Grünflächen am Straßenrand“, wird Dirk Keller, Geschäftsführer „Edag Production Solutions“, in einer Mitteilung des Digitalministeriums zitiert.
„Das ist ein Konzept für übermorgen“, sagte Harald Keller bei dem Besuch von Digitalministerin Sinemus am Donnerstag. Die Idee dazu sei 2019 während der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt geboren worden. Doch bis tatsächlich einmal „Citybots“ auf öffentlichen Straßen durch die Städte rollen, Personen und Waren befördern und volle Abfalleimer leeren, würden mindestens noch 15 Jahre vergehen, und das auch nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen würden, sagte der Geschäftsführer. (tf, lio, dpa)

