Was passiert mit den Blumenzwiebeln, die auf der Fläche der Landesgartenschau aus den Beeten genommen wurden, um neuen Flor zu pflanzen? Auf diese Frage, die sich mancher Besucher gestellt hat, gibt es jetzt eine Antwort.
Fulda - Die Pflanzarbeiten zum Sommerflor haben begonnen, und gut zwei Drittel der etwa 45.000 Blumenzwiebeln konnten bislang unversehrt aus den Beeten entfernt werden. Zum Wegwerfen zu schade, findet die Landesgartenschau Fulda 2.023 laut einer Pressemitteilung und will ein Zeichen für Nachhaltigkeit setzen: Sie bietet allen Dauerkarten-Besitzern die Möglichkeit, ein Stück Gartenschau mit nach Hause zu nehmen.
Blumenzwiebeln der Landesgartenschau in Fulda gehen an Dauerkartenbesitzer
Die ersten 25.000 Blumenzwiebeln – ausschließlich Tulpen und Narzissen – warten am Mittwoch, 7. Juni, von 8 bis 15 Uhr und am Freitag, 9. Juni, von 8 bis 12 Uhr auf dem Lagerplatz am Hauptfriedhof West, Ernst-Barlach-Straße 4, in Fulda auf ihre neuen Gärtner. In haushaltsüblichen Mengen, also mit einem eigenen Eimer oder Korb – und nicht per Anhänger – können die unsortierten Zwiebeln abgeholt werden.
LGS-Geschäftsführer Ulrich Schmitt erklärt dazu: „Wir mussten die Zwiebeln aus den Beeten holen, damit wir die aktuelle Sommer-Bepflanzung setzen konnten. In allen Wiesenflächen der gegenwärtigen LGS-Gebiete und in den angelegten Blühstreifen außerhalb der Zäune haben wir die Zwiebeln natürlich im Boden belassen.“
Man bitte um Verständnis, dass es ein bisschen Blumenlotto ist, da natürlich eine Sortierung nicht möglich war. Auch eine Blühgarantie geben die LGS-Macher nicht, aber mit ein bisschen Glück und dem berühmten grünen Daumen gibt es im nächsten Jahr in und um Fulda kleine Mini-Gartenschauen als Erinnerung an die große Schwester in diesem Jahr.
Video: Landesgartenschau in Fulda: Das müssen Sie wissen
Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) zeigte sich begeistert von der Aktion: „Das Team der Landesgartenschau denkt nicht nur nachhaltig, sondern handelt auch so. Ich persönlich finde den Gedanken schön, dass viele Dauerkarten-Besitzer sich mit diesen Tulpenzwiebeln ein Stück der Landesgartenschau in den eigenen Garten oder auf den Balkon holen können, wo sie hoffentlich noch viele Jahre lang bunte Blüten treiben.“
Derweil läuft die Neubepflanzung der 4000 Quadratmeter des Wechselflors auf Hochtouren. Im GenussGarten sehe es schon gut aus, auf dem SonnenGarten werde gepflanzt; Kultur- und WasserGarten seien in den kommenden Tagen an der Reihe. „Wir haben gut zwei Wochen für die Arbeiten angesetzt, und die werden wir auch brauchen“, sagt LGS-Pressesprecherin Patricia Bickert. Die gut 50.000 Pflanzen kommen aus sieben hessischen Gartenbaubetrieben für die Zierpflanzenproduktion. Um diese rechtzeitigen Pflanzen zu können, wurden die Zwiebeln bereits früh bestellt. Nun werden sie taggenau für die Pflanzungen angliefert. (au)