VonSebastian Reichertschließen
Das Hochwasser in der Region Fulda und im östlichen Hessen hat seit Donnerstagabend bereits für einige Einsätze von Polizei und Feuerwehr gesorgt. In einem Fall mussten zwei Männer mit einem Boot gerettet werden.
Fulda - Seit Mittwoch gibt es - wie von der Meteorologen angekündigt - vielerorts Dauerregen in Hessen: Durch das Regen-Wetter sind auch im Kreis Fulda bereits seit Donnerstag (8. Februar) an einigen Gewässerpegeln die Meldestufe zwei der amtlichen Hochwasserskala erreicht worden.
Nach Angaben des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) vom Freitagmorgen war das bei der Fulda an den Messstellen in Kämmerzell und Bronnzell sowie im Schlitzer Stadtteil Unter-Schwarz im Vogelsberg und in Bad Hersfeld (Landkreis Rotenburg-Hersfeld) der Fall.
Feuerwehr rettet Männer mit Boot - einige Hochwasser-Einsätze in Region Fulda
Meldestufe zwei der amtlichen Hochwasserskala war am Freitagmorgen (9. Februar) auch im Landkreis Fulda bei der Lüder in Lütterz und der Fliede in Kerzell erreicht. Laut der Behörde entspricht die Meldestufe zwei von insgesamt drei Kategorien einem größeren Hochwasser:
„Flächenhafte Überflutung ufernaher Grundstücke, leichte Verkehrsbehinderungen auf Gemeinde- und Hauptverkehrsstraßen, Gefährdung einzelner Gebäude sowie Überflutung von Kellern sind zu erwarten.“ Meldestufe drei würde einem außergewöhnlichem Hochwasser entsprechen. Bebaute Gebiete wären dann im größerem Umfang überflutet.
Die Wassertiefe ist oftmals nur schwer einzuschätzen. Im Zweifel sollte man niemals „auf gut Glück“ in solche Bereiche einfahren.
Seit Donnerstagabend gab es derweil bereits einige Hochwasser-Einsätze von Feuerwehr und Polizei in der Region Fulda: so beispielsweise am Donnerstagabend gegen 21.30 Uhr bei Großenlüder zwischen Lütterz und Lüdermünd. Dort war auch die DLRG alarmiert, wurde aber dann nicht gebraucht.
Ein Auto steckte bereits seit etwa 19 Uhr im Hochwasser vor einer Lüder-Brücke fest. Beim Eintreffen der Feuerwehr hatten die Fahrzeuginsassen - ein Mann und eine Frau - das Auto bereits verlassen. Niemand wurde verletzt. 40 Kräfte der Feuerwehr waren im Einsatz. Das Auto wurde durch private Helfer aus dem Wasser gezogen.
Gegen kurz nach 8 Uhr am Freitag alarmierte die Leitstelle in Fulda die Rettungskräfte mit den Stichworten „Unwetter“ und „Wasser“. In Fulda-Johannesberg in der Von-Mengersen-Straße war offenbar Wasser in den Keller eines Hauses eingedrungen. In der Nähe fließt der Fulda-Zufluss Giesel vorbei.
In Niederaula im Landkreis Hersfeld-Rotenburg fuhr indes am Donnerstagnachmittag ein Mercedes-Kleintransporter in das Hochwasser. Das Fahrzeug blieb stecken. Auf einem Feldweg in Höhe der Landesstraße 3672 zwischen Niederaula und Mengsberg hatte sich eine größere Wasserfläche gebildet.
„Der Versuch der beiden Insassen, dieses Hochwasser zu durchfahren, scheiterte gründlich“, berichtete ein Sprecher der Polizei.“ Der Kleintransporter sackte zur Seite ab. Die beiden Insassen im Alter von 21 und 39 Jahren mussten von der Feuerwehr mit einem Rettungsboot aus ihrer misslichen Lage befreit werden.“ Die Männer blieben unverletzt.
Da das Fahrzeug jedoch bis zu circa einem Meter tief im Wasser stand, konnte es zunächst weder von einer Abschleppfirma noch von der Feuerwehr geborgen werden. Am nächsten Tag soll der Wagen aus dem Hochwasser gezogen werden. Zur Verhinderung des Austretens von Betriebsstoffen legte die Feuerwehr einen sogenannten Ölbindeschlauch um das Fahrzeug.
Video: Im Februar kaum noch Chancen auf Winterwetter
Die Polizei wies „nochmals eindringlich auf die Gefahren von überfluteten Straßen und Hochwassergebieten hin, da die Wassertiefe oftmals nur schwer einzuschätzen ist. Im Zweifel sollte man niemals auf gut Glück in solche Bereiche einfahren, sondern lieber einen sicheren Weg nehmen, selbst wenn dieser im Zweifel einen Umweg bedeutet.“
Eine Entspannung der Hochwasserlage ist unterdessen vorerst nicht in Sicht. In den Kreisen Fulda und Main-Kinzig warnt der Deutsche Wetterdienst bis Freitagmittag vor Dauerregen. Im Vogelsbergkreis wird im gleichen Zeitraum sogar mit „ergiebigem Dauerregen“ gerechnet.
Für Probleme sorgt der Dauerregen unter anderem am Aueweiher in Fulda. Dort laufen aktuell die Arbeiten, um den ehemaligen Landesgartenschau-Geländeteil wieder zugänglich zu machen.

