Während die Erschließungsarbeiten auf dem künftigen Fuldaer Wohnareal Waidesgrund/Dr.-Walter-Lübcke-Straße in vollem Gange sind, sind inzwischen auch alle Erbbaurechtsverträge mit den drei Bauherren für die vier Grundstücke unter Dach und Fach.
Fulda - Nach den Investoren TING Projekte (Kiel) und dem „Siedlungswerk Fulda“ hat nun auch die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt (NHW) mit Sitz in Frankfurt die entsprechenden Schriftstücke unterzeichnet. Das berichtet die Stadt Fulda in einer Pressemitteilung. Alle drei Investoren seien in ihrer Unternehmensstruktur auf langfristige Bestandshaltung ausgerichtet und würden teilweise genossenschaftliche Modelle verfolgen.
Fulda: Investoren unterzeichnen Erbbaurechtsverträge für Waidesgrund-Areal
Die NHW werde gleich zwei der fünf Baufelder auf dem insgesamt rund drei 3 Hektar großen Areal in unmittelbarer Nähe zum ICE-Bahnhof, zur Ochsenwiese und zum Grüngürtel an der Waides bebauen. „Auf den zwei NHW-Grundstücken werden insgesamt 144 Wohneinheiten entstehen“, heißt es in der Pressemitteilung.
„Im Erbbaurechtsvertrag hat sich das Unternehmen verpflichtet, mindestens 30 Prozent der Wohnungen mietpreisgebunden anzubieten, einen Teil als Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen und einen Teil für Menschen mit mittlerem Einkommen“, berichtet die Stadt. Die Einkommensgrenzen gibt es hier.
Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) zeigte sich erfreut, dass nach der Konzeptvergabe der Erbbaurechtsgrundstücke im vergangenen Dezember nun die Verträge notariell fixiert wurden. „Mit Blick auf das Engagement der Unternehmensgruppe Nassauischen Heimstätte/Wohnstadt gilt mein besonderer Dank der Hessischen Landesregierung, namentlich Staatsminister Tarek Al-Wazir und Staatssekretär Jens Deutschendorf, für die positive Begleitung des Prozesses“, betonte er.
Schon beim ersten Spatenstich zur Erschließung hatte Wingenfeld von einem „großen Gemeinschaftswerk aller beteiligten Akteure“ gesprochen. Die Vergabe der Baugrundstücke über Erbbaurechte sorge dafür, dass die Investoren den Bestand aus Überzeugung langfristig halten und die Sozialbindung eines Teils der Wohnungen mittragen wollen.
Bernd Peuster, Leiter Projektentwicklung und Akquisition Nord der HW, ergänzte: „Unser gesellschaftlicher Auftrag ist es, bezahlbaren Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung in ganz Hessen zur Verfügung zu stellen. Diesem Auftrag kommen wir auch in Fulda gerne nach. Am Waidesgrund entsteht ein abwechslungsreiches Quartier in guter Lage. Wir freuen uns, auch hier Wohnraum zu entwickeln, in dem unsere Mieterinnen und Mieter nicht nur leben, sondern sich auch wohlfühlen.“
„Die Investoren TING Projekte und das Siedlungswerk Fulda werden zwei beziehungsweise ein Baufeld bebauen. Hier entstehen noch einmal insgesamt circa 140 Wohneinheiten, wobei auch hier mindestens 30 Prozent der Wohnungen mietpreisgebunden sein werden“, berichtet die Stadt weiter. In allen fünf Baukörpern würden am Ende gut 280 Wohneinheiten zur Verfügung stehen. „Die Fertigstellung wird sich allerdings noch über einige Jahre hinziehen.“
Erschließung der Baugrundstücke dauert voraussichtlich bis 2024
Allein die Erschließung der Baugrundstücke mit Energie- und Wasserversorgung, Glasfaser, Kanal, Straßenbau und Beleuchtung dauert“ voraussichtlich bis November 2024 - vorausgesetzt, die Kampfmitteluntersuchung fördert keine unliebsamen Überraschungen zu Tage“, erklärt die Stadt Fulda in der Pressemeldung. Parallel dazu müssten noch baurechtliche Fragen geklärt werden, erst danach könnten die Investoren die Wohnungen vermieten.
Die drei bereits im Dezember 2022 vorgestellten Entwürfe, die von den beiden Fuldaer Büros Reith Wehner Storch Architekten (für Siedlungswerk Fulda) und Sichau & Walter Architekten (für TING Projekte) sowie dem Büro Baufrösche – Architekten und Stadtplaner GmbH - aus Kassel (für NHW) stammen, orientieren sich alle an dem städtebaulichen Idealentwurf, den die Dachauer Architekten und Stadtplaner Deffner und Voigtländer als Bebauungskonzept beim Ideenwettbewerb 2017 entwickelt hatten.
In Fulda sei eine solche Konzeptvergabe erstmal angewendet worden. Dadurch habe die Stadt Fulda sowohl „Einfluss auf den Anteil an bezahlbarem Wohnraum“ als auch auf „Fragen einer nachhaltigen Bauweise und klimaschützenden Maßnamen“ sowie an einer „qualitativen Gestaltung der Wohnungsbauten“. (ab)
