VonSebastian Reichertschließen
Ein 31-jähriger Mann hat einen Rettungssanitäter bei einem Einsatz in Fulda angegriffen. Er beschädigte dann auch noch den Rettungswagen und ein Funkgerät.
Fulda - Wie das Polizeipräsidium Osthessen in Fulda am Dienstag (6. Februar) mitteilte, meldeten sich am Samstag (3. Februar) Rettungsdienstmitarbeiter, die gerade bei einem Einsatz in der Moselstraße waren, bei der Polizei und baten dringend um Unterstützung.
Nach derzeitigen Erkenntnissen hatte dort bei dem Einsatz abends gegen 19.30 Uhr eine zunächst unbekannte männliche Person in den Rettungswagen geschaut, während die Besatzung im Inneren einen Patienten behandelte. Die Sanitäter sprachen laut Polizei den Mann an.
Mann greift Rettungssanitäter bei Einsatz in Fulda an
„Daraufhin beleidigte er einen Rettungssanitäter sofort, bedrohte verbal und trat nach ihm“, berichtete ein Sprecher der Polizei. „Glücklicherweise verfehlte der Tritt den Sanitäter.“
Der Rettungsdienstmitarbeiter flüchtete vor dem Mann in den Krankenwagen. Anschließend beschädigte der Angreifer den weiteren Angaben zufolge noch den Rettungswagen sowie ein Funkgerät. Zudem stahl er noch Arbeitsmaterial, unter anderem eine Taschenlampe.
Noch bevor die Polizeistreife in der Moselstraße eintraf, flüchtete der 31-Jährige in unbekannte Richtung. Eine sofort eingeleitete Fahndung verlief zunächst ohne Erfolg. Gegen 20.25 Uhr erreichte die Polizei dann ein weiterer Notruf aus der Adalbert-Stifter-Straße.
Dort randalierte eine männliche Person vor einem Haus. „Schnell stellte sich heraus, dass es sich bei dem Täter um den Gesuchten handelte. Der Mann schlug mit einer zuvor aus dem Rettungswagen gestohlenen Taschenlampe gegen ein Fenster und beleidigte und bedrohte den Bewohner“, teilte der Polizeisprecher mit.
Video: Sanitäter-Alltag hautnah - so retten zwei Bayern Leben
Im Zuge der Ermittlungen hatten sich mittlerweile Hinweise zur Identität und zum Aufenthaltsort des 31-Jährigen ergeben. Beamte trafen ihn kurze Zeit später in einer Wohnung in Fulda an und nahmen den zunächst unkooperativen Mann nach der Androhung des Einsatz eines Tasers - eines Distanzelektroimpulsgeräts (DEIG) - widerstandslos fest.
Der Mann wurde dann laut Polizei „aufgrund seines offensichtlichen psychischen Ausnahmezustands“ ins Krankenhaus transportiert. Die Polizei ermittelt nun gegen ihn wegen des Verdachts des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte und gleichstehende Personen, der Zerstörung wichtiger Arbeitsmittel, der Beleidigung, der Bedrohung und des Diebstahls.
Für Kopfschütteln sorgte auch ein anderer Fall aus Fulda: Mit dem zweimaligen Ziehen der Notbremse wollte ein ICE-Fahrgast kürzlich einen außerplanmäßigen Halt im Bahnhof in Fulda erzwingen. Das endete für ihn mit einem Strafverfahren.
