27 Kilometer

„Eine wegweisende Erfolgsgeschichte“: Große Jubiläumsfeier zu 20 Jahre Milseburgradweg

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v.l.: Sebastian Müller (CDU-Landtagsabgeordneter Hessen), Carsten Froß (Bürgermeister von Petersberg, CDU), Ronny Günkel (Bürgermeister von Hilders, CWE) und Florian Wehner (1. Beigeordneter von Hofbieber, CDU) bei der Jubiläumsveranstaltung des Milseburgradwegs.

Er ist 27 Kilometer lang, verläuft zwischen Hilders und Petersberg und beerbte einst eine Regionalbahnstrecke: Der Milseburgradweg. Am Sonntag feierte er seinen 20. Geburtstag.

Hilders - Ein Tag, um zurückzuschauen, sei dieser 4. Juni 2023, meint Ronny Günkel (CWE), Bürgermeister von Hilders. Denn vor 20 Jahren wurde der Milseburgradweg, der auf der ehemaligen Rhönbahnstrecke verläuft, eingeweiht. „Bis 1986 war der heutige Radweg eine Verbindungsachse aus der Rhön nach Fulda. Ich war damals zehn Jahre alt und kann mich noch gut an die vielen Tränen erinnern, als der letzte Zug von Hilders nach Fulda fuhr.“ Man habe sich seit diesem Moment abgeschnitten gefühlt. Und so markierte das Aus der Rhönbahn nach 97 Jahren eine Zäsur. „Aus heutiger Sicht allerdings war dies der Beginn einer Erfolgsgeschichte.“

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Vor 20 Jahren hätte das wohl niemand für möglich gehalten, ist sich Carsten Froß (CDU), Bürgermeister von Petersberg, sicher. „Insbesondere durch den Boom der E-Mobilität beim Fahrrad erlebt der Radweg einen echten Schub“, so Froß. Mit Blick auf das Ende der Rhönbahn bezweifelt er gleichwohl, dass eine solche Nahverkehrsverbindung heute „so leichtfertig abgegeben werden würde, wo wir doch als Gemeinden um jede Buslinie kämpfen müssen.“

Im Rahmen einer Kunstaktion konnten sich die Gäste am alten Bahnhof Milseburg verewigen.

Der Radweg sei damals sicher nicht ganz unumstritten gewesen, stimmt Florian Wehner (CDU), 1. Beigeordneter der Gemeindevertretung Hofbieber, zu und spricht von einer „wegweisenden Entscheidung“. „Wurde der Radweg vor 20 Jahren für touristische Zwecke gebaut, wird er heute auch von Berufspendlern genutzt, die das Fahrrad als kostengünstige und gesundheitsfördernde Alternative zum Auto erkennen“, so Wehner.

Entsprechend zeige der Radweg, was entstehen könne, wenn Kommunen, Landkreis und das Land Hessen an einem Strang ziehen, ergänzt Sebastian Müller, Hessischer CDU-Landtagsabgeordneter. Damals sei Pionierarbeit geleistet worden, die den Grundstein für weitere Investitionen in die Radinfrastruktur legte. Mit dem Milseburgradweg sei es gelungen, Naturschutz, Radverkehr und Tourismus zusammenzubringen. „Darauf können wir stolz sein. In Zeiten der Digitalisierung ist es nicht selbstverständlich, dass man die Natur so hautnah erleben kann“, sagt Müller.

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Zum Leben gehöre allerdings nicht nur die Natur, sondern auch etwas Menschengemachtes, erläutert Günkel, und meint damit die Kunst. Daher gibt es anlässlich des Jubiläums an verschiedenen Punkten entlang des Radwegs, wie an der Schutzhütte Wiesen, dem Bahnhof Langenbieber oder dem Bahnhof Eckweisbach Kunstaktionen. Auch am alten Bahnhof Milseburg werden die Menschen vor Ort mit Hilfe des Künzeller Kunstschaffenden Ingmar Süß, Geschäftsführer der Kinder-Akademie Fulda, kreativ. „Denn Kunst hat auch immer etwas mit Teilhabe zu tun“, so Günkel. Den Anfang machen die vier Politiker Günkel, Wehner, Froß und Müller, indem sie an der Wand der Schutzhütte ein Graffiti entstehen lassen.

Ebenfalls auf dem Festprogramm stand an diesem Jubiläumssonntag unter anderem das Thema Fahrradsicherheit, über das der ADFC am Parkplatz Götzenhof aufklärte und eine Rahmencodierung als Maßnahme gegen Diebstahl anbot.

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