Landgericht Fulda

Auftakt im Aschenberg-Prozess: Angeklagter (38) will Tat bestreiten

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Der Prozess um die tödlichen Schüsse am Aschenberg im April 2023 ist am Dienstag vor dem Landgericht Fulda gestartet. Dabei hat die Verteidigung angekündigt, dass der Angeklagte die Tat bestreiten wird.

Fulda - Vor dem Landgericht Fulda hat am Dienstag der Prozess um einen Fall begonnen, der Mitte April 2023 die Region erschüttert hatte. In der Adenauerstraße war eine Leiche mit mehreren Schussverletzungen gefunden worden. Ein zur Tatzeit 37-jähriger Mann soll das 38-jährige Opfer laut Anklageschrift nach einem Streit getötet haben.

Fulda: Prozess um tödliche Schüsse am Aschenberg gestartet

Der Verteidiger des Angeklagten erklärte zu Prozessbeginn am Dienstag, sein Mandant werde sich zunächst nicht zur Sache äußern, im Laufe des Verfahrens aber die Täterschaft bestreiten. Man wisse derzeit nicht, wie sich die Tat zugetragen habe, sagte Anwalt Christian Celsen. Es habe sich um schwierige Ermittlungen „in einem von Alkohol geprägten Milieu“ gehandelt.

Die von der Staatsanwaltschaft zusammengetragenen Beweise sind Celsens Ansicht nach dünn, die Anklage nannte er eine „Arbeitshypothese“. Diese könne als Beweis für die Täterschaft lediglich eine Prahlerei des Angeklagten über die Begehung der Tat gegenüber einer weiteren Person anführen könne.

Nach tödlichen Schüssen im April 2023 am Aschenberg muss sich ein 38-Jähriger vor dem Landgericht Fulda verantworten.

Obwohl weitere Personen in der Tatnacht zugegen gewesen seien, die ebenfalls ein Motiv gehabt hätten, seien diese nicht mitangeklagt. Dies sei „nicht nachvollziehbar“. Celsen beantragte Akteneinsicht in ein abgetrenntes Verfahren, das sich gegen einen ebenfalls in den Streit verwickelten Mann richtet.

Staatsanwalt Andreas Hellmich erklärte dagegen nach dem Ende des ersten Prozesstags, es gebe eine Fülle von Beweisen und einen hinreichenden Tatverdacht. Deswegen sei das Verfahren eröffnet worden. Unmittelbare Tatzeugen gebe es nicht, es sei mit einem Indizienprozess zu rechnen. Zunächst sind bis Ende März noch 18 weitere Termine angesetzt.

Schüsse am Aschenberg: Opfer verblutet nach vier Treffern

Laut Anklage soll der 38-Jährige mutmaßliche Täter in der Nacht auf den 12. April 2023 mit dem Geschädigten in der Wohnung eines Bekannten in einen heftigen Streit geraten sein. Am frühen Morgen soll sich der Angeklagte aus dem Abstellraum eines Freundes in der Innenstadt eine Pistole beschafft und sich zurück zum Aschenberg begeben haben.

In der Adenauerstraße am Fuldaer Aschenberg war im April 2023 ein 38-jähriger Mann durch Schüsse gestorben. Die Tat wird nun vor Gericht verhandelt. (Archivfoto)

Hier sei es im Bereich der Adenauerstraße gegen 3.55 Uhr zu einem erneuten Zusammentreffen gekommen, in dessen Verlauf der Angeklagte den Geschädigten erschossen habe. Er habe fünf Schüsse aus der Pistole abgegeben. Hierdurch habe der Geschädigte vier Steckschüsse erlitten und sei noch am Tatort verblutet.

Der Verdächtige sitzt seit seiner Festnahme kurz nach der Tat in Untersuchungshaft. Er wurde in Lettland geboren, vor Gericht übersetzt eine Dolmetscherin für ihn ins Russische. (mit dpa-Material)

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